Th. Eschenburg: "Wer vertritt Strauß?" ZEIT Nr. 45

Trotz zweimaligen Lesens Ihres Artikels muß ich offen gestehen, daß ich die Argumentation von Professor Eschenburg nicht verstehe. Das klingt doch alles sehr nach persönlicher Polemik, die am Ende auch – wie könnte es bei einem Deutschen anders sein – in der Forderung gipfelt, gegen mich seien Konsequenzen zu ziehen.

Inzwischen haben Bundeskanzler Adenauer und Verteidigungsminister Strauß die Vertretungsfrage geregelt, allerdings im gegenteiligen Sinne, als sie Professor Eschenburg gefordert hat. Minister Strauß sagte in diesem Zusammenhang vor der Bundespressekonferenz wörtlich: "Die schöne Story von intrigierenden Obersten oder revoltierenden Stabsoffizieren verdient es nicht, bei dieser ernsten Erörterung genannt zu werden, weil sie ein landläufiges Klischee in politischen Abenteuerromanen und nicht ein Problem unserer Betrachtung ist."

Vielleicht sollte Herr Professor Eschenburg, den ich als guten Formulierer schätze, sich diese Worte ein wenig zu Herzen nehmen.

Gerd Schmückle, Bundesministerium

für Verteidigung, Bonn

Ich kenne Herrn Schmückle persönlich nicht und habe keinen Anlaß zu persönlicher Polemik, aber selbst wenn ich einen Anlaß hätte, würde ich dazu nicht einen Aufsatz über ein institutionelles Problem mißbrauchen. Wenn ich gesagt habe, daß gegebenenfalls der Bundesverteidigungsminister die Konsequenzen aus dem Verhalten seiner Untergebenen gegenüber der Öffentlichkeit zu ziehen hätte, so kann man aus dem Inhalt des Aufsatzes erkennen, daß hierfür ausschließlich institutionelle Überlegungen maßgebend waren. Ob die Konsequenzen ihren Ausdruck in einer ministeriellen Korrektur oder einem ministeriellen Widerruf der Äußerungen Schmückles finden oder von weitergehender Wirkung sind, ist Sache des Ministers.