G. Z., Frankfurt

Dies ist die Geschichte des Rechtsanwaltes Dr. Fritz Krause aus Frankfurt am Main, der seinen Traum vom eigenen Haus in die Tat umsetzen wollte. Die Praxis ging gut, der Bausparvertrag war "zuteilungsreif", auf dem Bankkonto hatte sich zwar kein Vermögen, aber ein ansehnlicher Betrag angesammelt. "Eine gesunde Finanzierungsgrundlage meinten die Bankleute, die den Anwalt berieten.

So beschloß die Familie – es war im Frühjahr 1959 –, auf die Suche nach einem Grundstück zu gehen. Doch schon nach den ersten Erkundungsausflügen in das Taunusvorland, wo man sich niederlassen wollte, fiel der erste Reif auf die Blütenträume vom Eigenheim. Der Bürgermeister der Gemeinde Birkenheim, die man zum künftigen Wohnsitz auserwählt hatte, war zwar zunächst von dem Vorhaben sehr angetan und sicherte "jede Unterstützung" zu. Aber dabei blieb es auch.

Vergeblich suchte Dr. Krause jeden Morgen seine Post durch. Ein Brief aus Birkenheim war nicht dabei. Schließlich wurde an einem Sonntag die Familie wieder in den Wagen verpackt – die Ursachen des Schweigens sollten ergründet werden.

Der Gemeindevater war merklich zurückhaltend geworden. Inzwischen war nämlich eine Siedlungsgenossenschaft auf sein Dorf aufmerksam geworden. Damit hatte das Interesse an dem Einzel-Bauherrn Dr. Krause sehr nachgelassen. "Sie müssen zu den Bauern gehen und fragen, ob sie verkaufen wollen riet der Bürgermeister.

"Wenn ich gewußt hätte, was mir bevorstand, hätte ich von vornherein kapituliert", seufzt Dr. Krause müde. Da saß er also viele Abende in Bauernküchen und verhandelte. "Ja, was meinst du Mutter?" Mutter meinte gar nichts und schwieg. Nach einer halben Stunde kam dann der Sohn dazu. "Was meinst du denn?" Der Sohn sagte bedeutungsvoll "Ja" und schwieg dann ebenfalls. "Man könnte ja eigentlich...", fing schließlich der Vater wieder an, und nach langer bedeutungsvoller Pause meinten schließlich Mutter und Sohn: "Ja, das könnte man."

Inzwischen mußte der Bauer in den Stall zum Viehfüttern und Anwalt Krause "verhandelte" weiter. Im Stall schien sich der Bauer jedoch die Sache anders überlegt zu haben, denn als er wieder in die Küche kam, belebte er das Gespräch mit der Bemerkung zu Mutter und Sohn: "Eigentlich sollten wir doch nicht." Von dieser Methode bis zum letzten erschöpft, zahlte Dr. Krause schließlich 21 Mark für den Quadratmeter eines noch nicht "baureifen" Geländes.