Wirtschaftswissenschaftliche Beratungsinstitute für die Industrie

Von Heinz Michaels

Wir können mit den mathematischen Methoden der Wirtschaftsprognose dem Unternehmer natürlich nicht die Entscheidung abnehmen", sagt Dr. Gerhard Simons, dessen Sprache auch im schweizerischen Basel seine norddeutsche Herkunft nicht leugnet. "Wir können aber das Risiko bei den zu treffenden Entscheidungen einengen, indem wir die verschiedenen Möglichkeiten rechnerisch durchspielen." (Wieder taucht das Wort spielen auf ...)

Dr. Simons steht an der Spitze einer Gruppe von acht Wirtschaftswissenschaftlern, die den Stamm der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Prognos AG bilden, eines Beratungsinstitutes für die Industrie. "Wir wollen die an den Universitäten gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis umsetzen", erklärt der noch junge Direktor des Unternehmens. Die Spiel-Theorie spielt dabei eine bedeutsame Rolle. Dr. Simons hält die Anwendung der neuen Methoden in der deutschen Wirtschaft besonders im Hinblick auf den Gemeinsamen Europäischen Markt für wichtig.

In Amerika sind sie heute eine Selbstverständlichkeit, und in Frankreich arbeiten mindestens ein Dutzend Institute daran, die Wirtschaft mit mathematischen Methoden zu durchleuchten und zu organisieren. Westdeutschland steht in dieser Hinsicht erst am Anfang. Das Ifo-Institut für Konjunkturforschung und der Industrieberater Hans-Hermann Böhm bemühen sich auf diesem Gebiet; einige Großunternehmen wie beispielsweise Mannesmann richten sich entsprechende Abteilungen ein.

Anwendung der Theorie

Die Prognos-Leute sind voller Schwung und Zuversicht. Sie brennen darauf, zu beweisen, daß die auf der Hochschule entwickelten Theorien auch in der Praxis stimmen. Dabei haben sie die Nabelschnur zur Universität keineswegs abgebunden. Ein wissenschaftlicher Beirat, dem vier namhafte Professoren angehören, sorgt für ständigen Kontakt mit der wissenschaftlichen Forschung. Das noch junge Unternehmen kann auch bereits eine Reihe bedeutsamer Analysen vorlegen.