Ich sehe in der Moral (oder in der Ästhetik) keinen Grund, warum es nicht eins der Ziele der Literatur sein sollte, lustvolle Gedanken zu wecken. Schließlich ist es eine der Wirkungen, vielleicht eine der Funktionen der Literatur, Wünsche zu wecken, und ich sehe nicht ein, warum erotische Freuden von den begehrenswerten Dingen ausgenommen sein sollten, denen wir in der Literatur begegnen – Dingen wie Tapferkeit, Tugend, Frieden, Tod, Nahrung, Weisheit, Gott... Lionel Trilling

Quellenstudium

Im Pariser Musée d’Art Moderne wurde jetzt die bisher größte Schau neuerer Kunst eröffnet. Die 1400 ausgestellten Bilder entstanden alle zwischen 1884 und 1914. Unter dem Titel "Die Quellen des 20. Jahrhunderts" umfaßt die Ausstellung sämtliche jüngere Ismen, die Schule gemacht haben. Von Seurat über van Gogh, Toulouse-Lautrec, James Ensor, die Gruppe des Blauen Reiters bis zu Picasso fehlt kein bedeutender Name. Bilder, Plastiken, architektonische Entwürfe, Graphik, Stoffdrucke und kunstvolles Geschmeide wurden dort – ein guter Einfall der Aussteller – um jene "Quellen" gruppiert (Daten, Theorien oder Ereignisse), die ihr Entstehen mit provoziert haben.

Churchill im Fernsehen

Am 27. November wird im amerikanischen Fernsehen eine Serie von 26 Fernsehfilmen über das Leben des ehemaligen britischen Premiers Winston Churchill gestartet. Die Begleitmusik zu den Filmen schrieb der Musical-Komponist Richard Rodgers ("Oklahoma", "South Pacific"). Hat man es geschafft, aus Churchills Leben ein Musical zu machen?

Zukunft der jungen Schriftsteller

Jean Cayrol, der in den angesehenen Heften seiner Sammlung Ecrire zweimal im Jahr drei junge Schriftsteller dem Publikum zum erstenmal vorstellt und besser als irgend jemand sonst über die Tendenzen der jüngsten Literatur Auskunft zu geben imstande ist, analysierte die Situation so: "Ich habe festgestellt, daß die Jugend nicht mehr versteht, jung zu sein. Es liegt daran, daß sie den Sinn für die Zukunft und für die Dauer verloren hat. Sie scheint von sich selbst eine frühe Reife zu verlangen, die Schaffung einer in gewissem Sinne ewigen Gegenwart. Ich kenne junge Schriftsteller, die auf das Essen und auf jede Betätigung in der Gesellschaft verzichten würden, nur um zu schreiben. Schreiben ist ihre Rettung. Manche von ihnen sterben daran."