Der Militarismus, zu dessen Kennzeichen eine spezielle "Offiziersehre" und ein "graues Ehrenkleid" und zu dessen Prinzip die Entpersönlichung des einzelnen auf dem Kasernenhof gehört, ist uns suspekt geworden. Die junge Generation vermag keinen Unterschied zu sehen zwischen der Ehre eines Offiziers und der eines jeden Menschen. Der Soldatenstand erscheint ihr als ein notwendiges Übel, das "graue Ehrenkleid" ist ein meistens sehr schlechtsitzender Anzug, den Menschen in der Geschichte leider immer wieder von Zeit zu Zeit gegen die Zivilkleider eintauschen mußten. Die Überbewertung des Soldatentums ist uns der Kernpunkt des Militaristischen – wir möchten, daß auch in Deutschland das Militär endlich einen zivilen Charakter bekommt.

A. M.