Noch vor Jahr und Tag wurden wir immer wieder aufgerufen: Tue jeder etwas für die Wiedervereinigung! Heute fragen wir mit Bangen: Wie können wir denn noch etwas dafür tun, wenn nicht nur östliche Politiker, sondern sogar wohlmeinende Philosophen uns jedes Recht auf unsere Wiedervereinigung absprechen?

Wir Frauen wollen nicht auf vorläufig unsichtbare Lösungen der großen Probleme warten, sondern helfen, solange wir noch können.

Mit Hilfe der ZEIT wurden in den vergangenen Jahren Hunderte von Paketen und Päckchen in die Sowjetzone gesandt, unzählige Briefe an Trostbedürftige geschrieben.

Wieder steht ein dunkler Winter vor den Menschen jenseits der Zonengrenze. Einsame Alte mit niedriger Rente, Kranke und kinderreiche Familien warten auf unsere Hilfe.

Dr. Maria Rhine,

Vorsitzende des Hilfsringes, Vereinigung ehrenamtlich arbeitender Frauen, Hamburg

Warme Kleidung, Medikamente, Lebensmittel, Kaffee – alle diese Dinge sind für die Menschen in der Sowjetzone mehr als nur Sachwerte. Sie sind notwendig zur Erhaltung einer oftmals kümmerlichen Existenz, zur Erhaltung des Glaubens an Zukunft und Menschlichkeit, jetzt, zu Beginn des sechzehnten Winters unter kommunistischer Mißwirtschaft mehr denn je. Wir veröffenlichen deshalb auch in diesem Jahr wieder den Aufruf des "Hilfsrings" an all jene, die unseren Landsleuten "drüben" helfen wollen, aber niemanden in der Zone kennen oder mehr tun wollen, als nur ihre persönlichen Bekannten zu unterstützen. Für Geldspenden, die übrigens steuerabzugsfähig sind, steht das Postscheckkonto Hamburg Nr. 2919 (Kennwort: "Weihnachtsgabe") zur Verfügung. Adressen von hilfsbedürftigen Zonenbewohnern, besonders Kranken, Alten und kinderreichen Familien, vermitteln wir gern. Da der Postverkehr gegen Weihnachten stark anschwillt und häufig Verzögerungen unterliegt, ist es nicht zu früh, jetzt sofort zu helfen.

DIE ZEIT