Matthias Claudius (1740 – 1815).

Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,

Tönt so traurig, wenn er sich bewegt

Und nun aufhebt seinen schweren Hammer

Und die Stunde schlägt.

"Mein Gedicht?" – Aber das sind tausend Gedichte. Ich greife das erste beste heraus, das mir gerade in den Sinn kommt, eines der kürzesten meiner tausend Gedichte, nur vier Verse, von einem der liebenswürdigsten deutschen Poeten. Wie häufiger in meinen jungen Jahren, so gehe ich auch heute noch spazieren und sage mir Verse vor, zuweilen eigene, die mir ungerufen kommen und de ich in jungen Jahren auch fleißig aufgeschrieben habe, heute tue ich es nicht mehr, oder ich sage mir Verse anderer Poeten auf, die ich so oft gelesen habe, daß ich sie auswendig weiß, von Heine oder Horaz, von Sappho oder König Salomo, vonMörke oder Verlaine, Villon oder Poe, Shakespeare oder Goethe, Leopardi oder Byron, oder die Verse meiner Freunde Erich Kästner oder Marie Luise Kaschniz, Walter Mehring oder Hermann Kasack, Ingeborg Bachmann oder Hans Magnus Enzensberger, oder von Matthias Claudius, zum Beispiel: