Hans Gresmann: "Die böswilligen Legenden vom Emigranten Brandt", ZEIT Nr. 46

In seiner Verteidigung des "Emigranten Brandt" sind bei Herrn Gresmann leider einige Denkfehler festzustellen. Es mag das mit der zunehmenden Hinneigung der ZEIT zur SPD zusammenhängen.

Erstens ist nicht ein Jüngling namens Brandt emigriert, sondern dieser trug den noch nicht gesetzlich geänderten Namen Frahm. Es handelt sich also um den Emigranten Frahm! Zweitens gibt es für eine Namensänderung bestimmte gesetzliche Voraussetzungen, die bei Frahm nicht in Frage kommen. Drittens soll dem sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten geglaubt werden, daß er nicht in norwegischer Uniform gegen Deutsche gekämpft hat. Aber er war nach 1945 Presseattache bei der Norwegischen Militärmission in Berlin und trug wohl als solcher eine norwegische Uniform. Viertens hat er nach dem Zusammenbruch Deutschlands im Jahre 1945 nicht die erste Gelegenheit ergriffen, in die Heimat zurückzukehren, um die Trümmer mit wegzuräumen. Er kam erst Ende 1947 auf Ersuchen seiner sozialdemokratischen Freunde. Die Reihe könnte noch fortgesetzt werden.

Paul Krellmann, Berlin

Ich möchte Ihnen meine uneingeschränkte Anerkennung aussprechen für den Artikel über Brandt. Die Ausführungen in diesem Artikel sind von ebenso hoher politischer Verantwortlichkeit getragen, wie sie sich durch absolute Klarheit, Sachlichkeit und Fairneß auszeichnen. Diese Tatsachen in bezug auf Ihre Berichterstattung haben mich um so mehr angenehm berührt, als ich wissen zu können glaube, daß ihre Zeitung der CDU durchaus nicht fern steht.

Da Fairneß und hohes politisches Niveau in der deutschen Presse heutzutage immer noch selten vertreten sind, gebührt Ihrer Zeitung ein uneingeschränktes Lob, verbunden mit der Hoffnung, daß diese Sachlichkeit sich auch im kommenden Wahlkampf erhalten möge.

Heinz Thielsen, Braunschweig