Von Gottfried Sello

Paperback ist ein Mittelding auch zwischen dem

großen repräsentativen Kunstbuch und dem Taschenbuch. Das repräsentative Kunstbuch ist zwar schön, aber so teuer, daß es sich die Leute, die es gern haben möchten, nicht leisten können, und es wird darum von kapitalkräftigen Firmen an Jubilare und sonstige Persönlichkeiten verschenkt, die sich für Kunst nicht interessieren und das Buch im besten Fall an ihre Kinder oder an Kunstfreunde weiterverschenken.

Das Taschenbuch, oder das Kleine Kunstbuch, kann die Ansprüche der Liebhaber oft nur unvollkommen erfüllen. Paperback hat mittleres Format und mittlere Preislage, nicht: mittleres Niveau Es präsentiert sich broschiert in Glanzfolie. Der Umschlag läßt sich auseinanderfalten und bringt auf den Innenseiten interessante Fotos oder Tabelen. Paperback nimmt man mit Vergnügen in die Hand. Die ganze Aufmachung einschließlich Typographie ist zeitgemäß, sachlich und keineswegs "billig". Die Reproduktionen, entscheidendes Kriterium für alle Kunstbücher, sind viel besser, als die Preislage vermuten läßt.

Der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg hat die Form des Paperbacks für seine neue Reihe "DuMont Dokumente" gewählt, wobei der Begriff Dokumentation sehr weit gefaßt ist und nichts anderes besagt als: Sammlung wesentlicher Werke auf allen Gebieten der Kunst, Kultur und Geschichte. Also Originaltexte von Künstlern und zusammenfassende Darstellungen einzelner Epochen und ganzer Gebiete. Keine Erstveröffentlichungen, sondern Neuausgaben älterer Bücher oder deutsche Erstausgaben von wichtigen, im Ausland erschienenen Werken.

Hier die Titel, die bisher erschienen sind und die dem etwas vagen Begriff der "Dokumente" Gehalt und Umriß geben:

Willi Baumeister: "Das Unbekannte in der Kunst"; mit einer Einführung von Oto Bihalji-Merin; 300 S. mit 140 Abb., 9,80 DM