Der Mann, der sich vor vierzig Jahren in den Kopf gesetzt hatte, ausgerechnet für den Kreis der Bergsteiger und Wanderer Bücher herauszugeben, ist nicht etwa im Gebirge, sondern ziemlich weit davon entfernt geboren: in Leipzig. Allerdings kam der heute dreiundsiebzigjährige Gründer und Seniorchef des Bergverlags, Rudolf Rother, schon im Jahre 1909 nach München.

Als er sich im Jahre 1920 selbständig machte, zog er auf seinem Fahrrad aus, um als Handlungsreisender in eigener Sache zuerst Süddeutschland und die Schweiz, dann Südtirol und Österreich zu besuchen. Manche mögen den Kopf über diesen seltsamen Verleger geschüttelt haben, der in einem Pappkasten seine Muster mit sich führte und dazu mit Bergschuhen, Pickel und Steigeisen bepackt war. Im Januar 1945 wurde das Bergverlagshaus durch Bomben vernichtet. Bereits 1950 war es von dem zähen Herrn wieder aufgebaut, der, längst in pensionsreifem Alter, heute noch der Ansicht ist, daß ein sechzehnstündiger Arbeitstag nicht nur ihm bekömmlich sei.

Die Autoren, die Rudolf Rother sen. für seinen Verlag zu gewinnen verstand – von Julius Kugy, Henry Hoek, Karl Springenschmid bis zu Fritz Schmitt und Heinrich E. Klier –, haben einen Namen in der alpinen Literatur, und seine Mitarbeiter sicherten dem Bergverlag die Zuverlässigkeit der von ihm herausgegebenen Bücher, Zeitschriften, Führer und Karten. W. L. St.