stuck: "Von der Maas bis an den Rhein", ZEIT Nr. 43, und Leserbrief: "Ad fontesl", ZEIT Nr. 44

Sie schrieben, daß Corbulo bei Voorburg eine starke Flottenstation baute, die gleichzeitig als Etappenhafen für die römische Eroberung Englands diente. Der Zweck des Unternehmens sei die Verkürzung des langen Seewegs.

So einfach ist die Sache aber nicht. Die Römer fuhren nämlich nicht von der Rheinmündung nach Britannia, sondern von der Mündung der Borda, welche nördlich von Walcheren ins Meer strömte. Die Scheide lief damals nach Norden in die damalige Maasmündung. Die Borda, später Borre genannt, strömte zwischen den Dänen und der Scheide. Als die Römer zum ersten Male aus Boulogne nordwärts kamen, nannten sie ihre erste Flottenstation: Borma, die die Mündung der Borda, Borra, Borre beherrschte. Aber nicht allein in der heutigen Provinz Zeeland, sondern auch in Süd- und Nordholland lief ein Wasserweg hinter dem Strandwall bis zum Nordpunkt der heutigen Insel Vlieland. Den Küstenlimes hat wahrscheinlich Corbulo organisiert. Als er seinen Kanal grub, setzte er einfach die Arbeit des Drusus fort. Die Kanäle, welche Drusus graben ließ, liegen hinter den Dünen und nicht im Osten, wie man meint. Die Römer fuhren, um die Emsmündung zu erreichen, erst den Rhein hinab bis zur Umgebung des heutigen Leiden und wendeten dann die Steven nordwärts über große Seen und Wasserläufe bis zur Mündung der Vlie bei Vlieland, um dann ostwärts zu steuern. Corbulo hat bestehende Priele miteinander verbunden. Dieser neue Graben kam bei Viaardingen in die damalige Maasmündung, und genau gegenüber liegt heute noch Pernis und nicht weit davon ein kleiner Fluß, die Bernisse, der kleine Rest der Borda. Von der zentral gelegenen Flottenstation bei Voorburg konnte man den ganzen Wasserweg von Vlieland bis Walcheren kontrollieren.

Egbert Smedes, Haarlem! Holland