Als Minister Erhard im September an der Jahresversammlung der Weltbank in USA teilnahm, geriet er ins Kreuzfeuer der Kritik. Der steigende Goldverlust – das Problem der Vereinigten Staaten – ließ den Amerikanern das Problem der Bundesrepublik: steigenden Gold- und Devisenzufluß geradezu beneidenswert erscheinen. Und plötzlich wurde ihnen klar: Bonn tut nicht genug für die Entwicklungsländer, und Bonn könnte mehr für die Verteidigung tun.

In der Hauptstadt der Bundesrepublik hat man sich dies zu Herzen genommen, und wenn in dieser Woche Amerikas Finanzminister Anderson und der Unterstaatssekretär Dillon kommen, ist man entschlossen, ihnen allerlei zu bieten – jedenfalls was die Entwicklungshilfe betrifft. Es ist von 3 bis 3,5 Milliarden Mark die Rede. Hinsichtlich der Verteidigungshilfe ist noch nicht klar, was von uns erwartet wird. Vielleicht ein erhöhter Beitrag zur Infrastruktur der NATO, vielleicht Beteiligung an der Militärhilfe, vielleicht aber auch ein Beitrag zu den Kosten der US-Divisionen auf deutschem Boden. Dies jedoch erscheint nicht sonderlich zweckmäßig, denn warum sollten bei solcher Motivierung die Engländer leer ausgehen? D