Durch die Übernahme einer wesentlichen Schachtelbeteiligung an der Stahlwerke Südwestfalen AG, Geisweid, haben sich die Beteiligungen der Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte AG, Sulzach-Rosenberg 1958/59 (30. September) auf 144,43 (81,16) Mill. DM erhöht und damit die Sachanlagen von 110,50 (116,77) Mill. DM überflügelt. Die gute Entwicklung, die sich u. a. in einem Auftragspolster für mehrere Monate äußert, ermöglicht nach einer Unterbrechung von 16 Jahren erstmals wieder eine Dividende von 10 vH auf 60 Mill. DM AK für die Alleinaktionärin Verwaltungsgesellschaft für Steinkohlenbergbau und Hüttenbetrieb GmbH Düsseldorf (alleiniger Gesellschafter Friedrich Flick KG).

Vorstandsvorsitzender Dr. Odilo Burkart betonte allerdings, daß der monatsdurchschnittliche Walzstahlversand 1959/60 gegenüber dem ersten Halbjahr 1959 zwar um über 6 vH gestiegen sei und sich im dritten Quartal 1960 abermals um 8,3 vH erhöht habe, daß jedoch die Auftragseingänge im laufenden Jahr, besonders seit August, zurückgegangen sind, so daß die Lieferungen nun die Auftragseingänge nicht unerheblich übersteigen. Besonders bei Stabstahl ist hier ein Mißverhältnis eingetreten. Trotz einer ziemlich gleichmäßigen Auftragseindeckung für 2–3 Monate, in Blechen etwa für 4 Monate, müsse man damit rechnen, daß bis vor wenigen Monaten mit Rücksicht auf. die langen Lieferfristen überdisponiert worden sei. Das Nachlassen der Auftragseingänge wird deshalb nicht mit einem Sinken des Eisenverbrauchs, sondern mit einer Anpassung der Bestelldispositionen der Verbraucher und des Handels an ihre Vorräte zurückgeführt. Dabei wird auch auf das drängende und preisgünstige Angebot der französischen, belgischen, luxemburgischen und saarländischen Hütten verwiesen, deren Anteil am bayerischen Stab- und Formstahlbedarf auf rd. 40 vH und in Baden-Württemberg auf 65 vH geschätzt wird. Da die westlichen Werke der Montanunion Streichungen oder Sistierungen nicht kennen, gehe die jetzige Bestelleinschränkung ausschließlich zu Lasten der deutschen Werke. Durch eine Streckung der Auftragsbestände werde man einen empfindlichen Einbruch verhindern.

Die Rohstahlerzeugung ist 1959/60 (geschätzte Zahlen) auf (in 1000 t) 678 (626), die von Walzfabrikaten auf 500 (452) gestiegen, während die Erzförderung auf 797 (824) zurückging. Bei einen Auftragseingang in Walzwerk-Erzeugnissen von 562 (558) betrug der Versand 505 (449). Der Umsatz hat sich auf 320,2 (282,9) Mill. DM erhöht. Sachinvestitionen erforderten 1958/59 nur 12,9 (23,8) Mill. DM, während 20,8 (22,7) abgeschrieben wurden. Im Mittelpunkt der Investionen des laufenden Jahres steht das neue Kaltwalzwerk Haidhof, das Ende 1961 den Betrieb aufnehmen soll. Die Gesamtkosten werden auf etwa 54 Mill. DM beziffert. Bis 31. 10. wurden dafür 13,5 Mill. DM investiert. Im Frühjahr 1961 soll ein weiteres Schuldscheindarlehen aufgenommen werden. In der Bilanz 1958/59 ist ein Schuldscheindarlehen von 35 Mill. DM neu ausgewiesen, das teilweise zur Abdeckung der Anleihe von 1954 (15,5 Mill. DM) diente. Mit einer Monatskapazität von 15 000 t soll das Kaltwalzwerk zu einer jährlichen Umsatzmehrung von 125 Mill. DM beitragen.

Angesichts des unverändert hohen Eisenverbrauchs wird die weitere Entwicklung nicht pessimistisch beurteilt, wenngleich die Normalisierung des Liefervolumens mit vorübergehenden Erzeugungseinschränkungen verbunden sein wird. Kommt es dabei zu keiner Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen, sei eine Absatzkrise sicherlich vermeidbar, so hieß es bei der Maxhütte. t. r.