Die mexikanischen Sagen

"Das Vermächtnis des Sonnengottes"; Union Verlag, Stuttgart; 60 S., 9,80 DM,

von dem Spanier Rafael Morales gesammelt und herausgegeben, besitzen jenen kunst- und prunkvollen Stil, der mit den spanischen Eroberern in das alte Reich der Azteken, Zapoteken und Mixteken einzog. Manche der Sagen entstammen der vorchristlichen Zeit, manche haben offenbar historische Ereignisse aus der Regentschaft der Vizekönige umwuchert.

Daß Europas Sagen viel Verwandtschaftliches haben, beweist

Max Stebich: "Das große Wiener Sagenbuch"; Verlag für Jugend und Volk, Wien; 223 S., 12,50 DM.

Stebich ist ein Kenner Wiens, leider aber verzichtete er auf ein Vorwort oder eine Einleitung, die einem Nicht-Wiener das Verständnis von manchem Historischen oder Topographischen erleichtert hätte. Die Sagen erzählen vom bekannten Lieben Augustin, dem Zahnwehherrgott und so weiter. Dazu erscheinen eine Anzahl abgewandelter: das Märchen vom Gevatter Tod zum Beispiel wird sogar datiert und an einen bekannten Wiener Gelehrten geknüpft. Auch in allen anderen Sagen und Märchen lebt die ganze Stadt auf: jedes Haus, jede Gasse hat ihre Bleiche Frau oder ihren Wilden Mann, und mit den Sagen rollt die Entstehung, die ganze Historie Wiens wie ein alter Bildteppich auf.

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