Schon vor einigen Wochen zeichnete sich eine Widerstandslinie an der Pariser Börse ab. Als sich herausstellte, daß bei den Banken ein fester Wille vorhanden war, die Kursbewegung wieder in die Hand zu bekommen, begannen Inland und Ausland vorsichtig aus ihrer Reserve herauszutreten. Im Laufe der letzten Woche haben sich dann, besonders am Kassamarkt, wo sehr schnell wieder Materialmangel herrschte und die angebotene Ware reportiert werden mußte, nicht unerhebliche Kurssteigerungen ergeben.

Bemerkenswert ist die Erholung der schwer geprüften Erdölwerte der Sahara, der nordafrikanischen Aktien und Minen. Interventionen auf diesem Gebiet waren schon seit längerer Zeit zu beobachten. Die Schaffung einer algerischen Republik und die Aussicht auf Referenden in Algerien und Frankreich werden von der öffentlichen Meinung und insbesondere der Börse optimistisch gedeutet, obwohl von Einstimmigkeit in dieser, zahlreiche und große Interessen berührenden Frage vorerst noch kaum die Rede sein – kann. Immerhin haben sich die Kurse der Erdölfinanzierungsgesellschaften bereits um 8 bis 10 vH gegenüber ihrem Tiefstand gebessert, während nordafrikanische Minen sogar Gewinne zwischen 12 und 20 Prozent erzielen konnten.

In der Kulisse spielten sich die größten Umsätze nach wie vor in Machines Bull ab, denen sich die elektronischen Werke Labinal anschlössen. Bull, die in diesem Jahre nach Abzug des Bezugsrechtes einen Kurs von 1525 NF erreicht hatten, haben sich auf Grund der überaus günstigen Entwicklung des Geschäftsganges (über die in der letzten Generalversammlung berichtet wurde) auf 1250 NF erholt. Labinal, deren Höchstkurs in diesem Jahr 685 war, stehen bei 510 NF. Die Gesellschaft Radiotechnique hat ihre Umsätze um 19 vH erhöht. Sie notiert zur Zeit 1360 NF, gegenüber einem Höchstkurs von 1603 NF in diesem Jahr. Alle Firmen, die elektronische Maschinen erzeugen oder mit der Kernindustrie zusammenhängen, finden jetzt wieder Interesse.

Retlaw