Geschichten für kleine Mädchen zu schreiben, muß auch heute noch Spaß machen. Hier ist das Fabulieren und das einfache Erzählen noch nicht durch ein Gehege einander durchdringender pädagogischer und soziologischer Tabus beschränkt. Die Geschichte selbst darf sich darstellen.

Hildburg Biggemann: „Kleines Fräulein Chile“; Ensslin und Laiblin Verlag, Reutlingen; 107 S., 4,80 DM

behandelt auf vergnügte Weise das Thema einer Miß-Sehnsucht: die noch viel zu junge Jesusa verdingt sich als Kindermädchen nach Santiago und wartet aufs Entdecktwerden. Doch berühmt wird sie, weil sie ihr Gewinnlos dem Chauffeur ihrer Arbeitgeber schenkt, damit er sein krankes Kind in den USA heilen lassen kann. Jesusa, verträumt und zielbewußt, egoistisch und hilfsbereit, erzählt ihre Geschichte mit heiterer Selbstironie.

Zum Verschlingen und Mitkombinieren ist

Pamela Mansbridge: „Ein Fall für Peggy“; Hermann Schaffstein Verlag, Köln; 182 S., 7,80 DM.

Pamela klärt einen scheinbaren Broschendiebstahl auf und betrachtet den Fall sozusagen als Talentprobe, da sie später Detektiv werden will. In diesem flott und spannend geschriebenen Kinderkrimi wird auch den Großen Verstand und Geistesgegenwart zugebilligt.

Hertha v. Gebhardt: „Der Königschnupfen“; Cecilie Dreßler Verlag, Berlin; 160 S., 6,80 DM