Von Ulrich Klever

Afrika ist aktuell geworden, das zeigen die vielen Bücher, die sich mit dem Schwarzen Erdteil und seinen Menschen beschäftigen. Schwarz und Weiß – das ist ein heißes Eisen. In

Christa Ruhe: "Schwarzer Junge Keria", Illustrationen von Hanns und Christa Mannhart;

Georg Westermann Verlag, Braunschweig; 242 S., 7,80 DM

wird der Konflikt der Rassen nicht berührt. Dies Buch zeigt das Verhältnis von Afrikanern und Europäern aus guter, alter, ein wenig sentimentaler Sicht. Es schildert das Leben der Kikuyus und die Ausbildung des Knaben Keria zu einem zukünftigen Wildaufseher. Ein fesselndes Kinderbuch, das sich besonders gut zum Vorlesen eignet, ja, die einfache Erzählweise verlangt geradezu danach. Vorlesealter: sieben bis zwölf Jahre. Ein Roman für Ältere dagegen ist

Hans Georg Noack: "Hautfarbe Nebensache", Illustration Horst Loreck; Signal Verlag, Baden-Baden; 150 S., 7,50 DM.

Der Titel sagt unmißverständlich, um was es hier geht. Der Mischlingsjunge Jonny gerät in einem Lehrlingsheim in eine Kampagne des Rassenhasses, die ein anderer gegen ihn anzettelt. Die Hautfarbe ist nur Vorwand, der echte Grund ist Eifersucht. Ein schönes Thema von "allgemeingültigem Wert", wie der Verlag versichert. Das stimmt. Was jedoch nicht stimmt, ist die Auflösung des Konflikts. Daß ausgerechnet ein Mitlehrling jüdischer Abstammung die Rowdies zu Vernunft und Einsichtbringt, ist ein wenig zu spekulativ, zu fadenschei-