In Bonn wird – abgesehen von den Plänen über die Entwicklungshilfe – nicht mehr mit konjunkturpolitischen Maßnahmen gerechnet. Damit dürften die Pläne erhöhter Steuervorauszahlungen und eventueller Variationen der Umsatzausgleichsteuer mindestens bis zum Frühjahr (und vielleicht für noch längere Zeit) in der Schublade bleiben.

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Die amerikanische Regierung hat ein Sieben-Punkte-Programm zur Einsparung von Auslands-Ausgaben beschlossen. Abgesehen von der Rückführung der Familien amerikanischer Soldaten, die im Ausland Dienst leisten, kommt besonders dem Entschluß Bedeutung zu, daß das Staatsdepartement noch mehr als bisher die Hilfe an jene Entwicklungsländer fördern soll, die US-Kredite für Importe aus den USA verwenden.

In den nordrhodesischen Kupferminen stehen in Zukunft auch den schwarzen Arbeitern alle Stellungen offen. Die europäische Minengewerkschaft, die bisher höhere Stellungen und Löhne ausschließlich für sich forderte, hat jetzt nachgegeben.

Das Lohnniveau in der Bundesrepublik wird nach Feststellungen des Deutschen Industrieinstitutes im Jahre 1960 um 11-12 Mrd. DM höher sein als 1959. Anfang 1960 betrugen die tariflichen Lohnerhöhungen durchschnittlich 4-6 vH. In der Mitte des Jahres hatten sie ein Ausmaß von 7–9 vH und gegen Ende des Jahres teilweise 13–15 vH erreicht.

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In den ersten drei Vierteljahren 1960 sind nach Angaben der Deutschen Bundesbank ausländische Wertpapiere von Inländern im Wert von 622 Mill. DM (1.-3.Vierteljahr 1959 = 1288 Mill. DM) gekauft worden, also nur noch halb so viel wie in der gleichen Vorjahreszeit. Auf der anderen Seite betrugen die Käufe inländischer Wertpapiere durch Ausländer 918 Mill. DM (Vorjahr 278 Mill. DM). Diese starken Käufe waren offensichtlich eine Folge des Verbots der Verzinsung von Auslandsgeldern sowie der Gerüchte über eine Aufwertung der Deutschen Mark.