Von Juliane Metzger

Wenn schon zu einer Zeit, da man die Mitteilungen an die Mitmenschen noch auf Tierhäute schrieb, der Prediger Salomo seufzte: "Viel Büchermachens ist kein Ende" – wie hätte er da erst auf der Buchmesse 1960 gestöhnt! Aber eins fällt auf bei den Büchern für die kleinen Menschen: die Mahnungen und Hinweise der Kritik sind nicht ungehört verhallt. Je niedriger das Alter, um so reicher das Angebot.

In einem Bildtest von Hetzer werden dem anderthalbjährigen Kind zwei Blätter vorgelegt, die mit genau den, gleichen Farbflecken beklebt sind: auf dem einen unregelmäßig verteilt, auf dem anderen zum Bild einer Frau zusammengesetzt. Erkennt das Kind im zweiten Bild freudig den Menschen, so hat das Bilderbuchalter begonnen. In

Katharina Maillard: "Das ist unser Haus" und "Mein Spielzeugschrank"; Stalling-Verlag, Oldenburg; je zehn ausziehbare Leporelloseiten, 3,20 DM

finden die kleinsten "Leser" solche "Klecksbilder" aus ihrer Umwelt: im ersten das Haus mit allen Räumen, Gerätschaften und Haustieren, dem Bettchen und dem Spielzeugschrank; und öffnet im zweiten der Spielzeugschrank seine Türen, so kommen alle die Dinge herausspaziert, die von jeher die Kinder beglücken: der Ball, die Puppe, das Spieldorf, bei dessen Aufbau man sich stolz wie Gulliver bei den Liliputanern fühlt, dazu Hampelmann, Eisenbahn und Flattervogel.

Zur gleichen Zeit sollten die Mütter eifrig

"Das schwarze weiße runde bunte Vorlesebuch für Mütter und Kinder", mit Bildern von Franz Högner, herausgegeben von Helga und Kristof Wachinger; Langewiesche-Brandt Verlag, Ebenhausen; 96 S., 5,80 DM