Nonsense books haben die englische Kinderliteratur seit der Zeit des ehrenwerten Lewis Carroll um einen unvergleichlichen Typus bereichert. Zaubergeschichten sind seit der Jahrhundertwende, seit der Zeit der verehrungswürdigen Mrs. E. Nesbit der zweite Typ, der nicht nur die literarischen Nachfahren dieser viktorianischen Dame in England beeinflußt hat. Die Nesbit war ein Naturtalent: bei ihr paarte sich eine instinktive Sicherheit für den richtigen Ton einer Kindergeschichte mit einer vollkommen realistischen Phantasie. Ihre Zauberwesen handeln und hexen immer logisch, und sie unterstehen außerdem dem heiteren, überaus pädagogischen Gesetz der E. Nesbit. Ihm zufolge helfen sie den Romankindern zwar durch tausend Abenteuer hindurch, beschwören in Wirklichkeit aber die ersten Prüfsteine des Lebens. So begreifen die Kinder, daß alle Goldschätze der Welt nichts sind gegen den Schatz der Liebe, erkennen den Wert von Tapferkeit, Verantwortlichkeit und Demut. Humor und ein unbeschränkter Einfallsvorrat bewahren die Nesbit vor Sentimentalität und Schulstubenmoral. In

Edith Nesbit: „Der Traum von Arden“; Cecilie Dressler Verlag, Berlin; 224 S., 8,60 DM

erzählt sie von Dickie, dem Hinkebein aus Londons Slums, der Erbe von Schloß Arden am Meer wird, dies Erbe jedoch zugunsten seiner Vettern ausschlägt und in sein eigenes wirkliches Leben zur Zeit König Jakobs I. zurück- und heimkehrt.

Der Tradition der Nesbit folgt

Rosemary Manning: „Der Drache mit dem grünen Rauch“; Sigbert Mohn Verlag, Gütersloh; 160 S., 5,80 DM.

Dieser Drache ist ein liebgewordener, ein von Bananen und belegten Brötchen lebender. Ihn entdeckt die kleine unerschrockene Susan und wird von ihm in die Welt der Sagen und Geschichten eingeführt. – In

David Fletcher: „Das Dorf der verschwiegenen Wünsche“; Verlag Heinrich Eilermann, München; 136 S., 6,80 DM

werden zwei Schwestern in ihre Puppen verwandelt, lernen die, eigene Gedanken- und Lieblosigkeit an den zu kleinen Menschenmädchen gewordenen Puppen kennen. s. a. s.