... im Weinland so wunderschön, daß sich im Handumdreh’n die Herzen gleich versteh’n” – Doch die Karnevalspraxis ist anders – Alles nur Geschält?

grul Köln

„Es ist ein trauriges Zeichen, wenn man zugestehen muß, daß der Karneval oftmals eine viel zu ernste Sache ist, um darüber lachen zu können.“

Karnevals-Zeitung „De Bütt“

Als am 11. im 11. um 11 Uhr 11 am Kölner Ostermannbrunnen – laut Lokalpresse „mit echt rheinischer Fröhlichkeit“ – die Fastnachts-„Session“ 1960/61 eröffnet wurde, standen die Narren der Karnevalsgesellschaft „Alt-Köllen von 1883“ mit sauren Gesichtern dabei. Für diese Gesellschaft, die acht-älteste von Köln (und das bedeutet hierzulande etwas), haben die Vorbereitungen für die närrische Zeit mit einer bitteren Enttäuschung begonnen: Die Stadt Köln hat ihr den Termin für ihre große Prunk- und Fremdensitzung am Mittwoch vor Karneval im Gürzenich nicht genehmigt.

Der Leiter des Verkehrsamtes, Dr. Zankl, der die Termine vergibt, erklärte dazu: „Die letzte Sitzung der Gesellschaft war kein voller Erfolg.“

Und der Gastronom des Gürzenichs sagte: „Die Einnahmen auf dieser Gesellschaft lagen 50 vH unter vergleichbaren anderen Umsätzen.“