Das ZEIT-Studium zahlt sich aus

Die Bekanntschaft mit Ihrer Zeitung machte ich erst im vergangenen Sommer während eines Kuraufenthaltes in Bad Oeynhausen. Bis dahin hatte ich, außer einen Blick in die örtliche Tageszeitung, kaum Muße zum Studieren. Daß ich dadurch viel versäumt habe, weiß ich heute. Leider etwas zu spät. Auch der körperlich schaffende Mensch sollte sich mehr Zeit nehmen für Dinge, die nicht im Alltäglichen liegen. Man lebt wirklich nicht vom Brote allein, vom Brote der Arbeit, sondern die anderen geistigen Interessen des Lebens brauchen gleichfalls eine gute Kost. Und diese Kost, ich möchte fast sagen, für mich eine Delikatesse, habe ich in Ihrer Zeitung „Die Zeit“ entdeckt. Heute ist sie mir unentbehrlich geworden. Viel Wissen – und ich meine auch gewisse Erfolge – verdanke ich Ihrem Wirtschaftsteil und insbesondere Ihrer Artikelserie, „Was mache ich mit den Ersparnissen“. Das sind keine weltbewegenden Dinge, aber für den Arbeiter, der seine Ersparnisse nur mühsam und auch heute noch unter persönlichen Opfern erarbeiten muß, willkommene und vor allen Dingen, verständliche Anregungen. Welcher Arbeiter oder kleine Gewerbetreibende weiß denn wirklich, die kleinen ihm verbleibenden Chancen zu werten? Er hat eine gewisse Scheu, fast möchte man sagen Angst, vor den überall um ihn schwirrenden undurchdringlichen Paragraphen. Ob es sich nun um Steuerrückerstattung, Bau- oder Sparverträgen handelt, Aktienkauf usw., er steht gewissermaßen vielfach vor Dingen, die ihm fremd sind, bei denen er Hilfe braucht. Und diesen Notstand haben Sie richtig erkannt. Sie bringen in allgemein verständlicher Art alles so, daß jeder es erfaßt und auswerten kann. Das ist wirklich etwas, wie eine gute Tat und dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle meinen Dank sagen.

Als älterer Chemiearbeiter bin ich zu einigen Werksaktien gekommen. Dadurch angeregt, habe ich auch weitere Ersparnisse in Aktien angelegt. Dadurch bin ich nicht nur zu einem interessanten Hobby gekommen, sondern nebenbei auch ein kleiner Aktionär geworden. Bisher sind meine Pferdchen wunderbar gelaufen. Mal habe ich ausgetauscht, dann Bezugsrechte wahrgenommen und es ging so allmählich hinein, in eine mir bis dahin fremd gewesene Welt der Arbeit, in der es nicht heißt, sich schinden, wohl aber, wachsam sein, Nerven behalten und sich immer und immer wieder informieren. H. K., Duisburg