Das Londoner Börsenpublikum und die öffentlichkeit werden zwar immer noch mit guten Geschäftsergebnissen bedacht, aber andererseits gibt es große Vorratslager, Kurzarbeit in der Motor- und Zubehörindustrie, Exportschwierigkeiten, Streikdrohungen und Kreditrestriktionen. Kein Wunder also, daß das letzte Wochenende mit einem „schwarzen Freitag“ an der Londoner Börse schloß, wobei der Aktienindex der Financial Times um 5,1 Punkte, innerhalb von 2 Tagen also um 10 Punkte auf 303,6 fiel. Der Kurssturz umfaßte den gesamten Markt und zog auch jene Gruppen mit, die bisher am widerstandsfähigsten waren, nämlich Kaufhauswerte, Nahrungsmittel, Banken, Versicherungen und Chemie.

Plötzlich sehen sich auch die Teilfinanzierungsinstitute (Hire Purchase Companies) gezwungen, die Gewährung längerfristiger Kredite zu stoppen; denn durch die Kurzarbeit hat sich die Anzahl der zahlungsunfähigen Schuldner vermehrt. Die zurückgenommenen Güter finden keinen Absatz. Die Aktien der Institute erlitten deshalb empfindliche Kurseinbußen.

Dennoch herrscht in der City die Meinung, daß Notverkäufe auf dem Aktienmarkt nicht notwendig sind. Aber es gibt auch keinen Anreiz zum Aktienkauf. Da bis Weihnachten nur noch drei Wochen sind und Realisierungen aus steuerlichen Gründen bevorstehen, bedarf es wirklich außergewöhnlich guter Faktoren, die Börse vor Neujahr zu beleben. Einen derartigen Einfluß könnte die Aufhebung der Kreditrestriktionen ausüben. Aber nur wenige glauben in der City, daß der britische Schatzkanzler einen solchen Schritt vor dem 1. Januar 1961 unternehmen wird.

Wahrscheinlich ist der augenblickliche Zeitpunkt günstig, erstklassige Papiere zu niedrigen Kursen zu erwerben. Das neue Jahr bringt wieder neue Hoffnungen und neue Pläne. Aktien wie ICI, Woolworth und Granada Television finden dann größeres Interesse. Bleibt die Tendenz an der Börse ichwach, werden die Kurse weiter fallen, dann gehören diese Papiere zu den Werten, die sich zuerst erholen werden. D. Sch.

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Die beiden Rheinstahl-Töchter Rhelnstahl-Industrie-Planung GmbH und Gußstahlwerk Witten AG werden im Auftrage der argentinischen Gesellschaft Acecor in der Provinz Cordoba ein Edelstahlwerk errichten. Die beiden Rheinstahl-Unternehmen werden sich gleichzeitig an dem Aktienkapital der neuen Gesellschaft, die den Namen Acecor-Witten-Rheinstahl S. A. tragen soll, mit zunächst 25 vH beteiligen.

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