Demjenigen, der auch nur von ungefähr verfolgt hat, was sich in den letzten Wochen auf dem Büchermarkt tat – und nur vom Büchermarkt ist hier die Rede und nicht von unseren Abneigungen oder Vorlieben oder gar dem hehren Kulturgewissen – dem bringt dieser Seller-Teller keinerlei Überraschung. Vier der fünf Titel erscheinen bereits zum zweiten- oder drittenmal: einmal in den Sattel gehoben, behaupten sie sich standhaft, auch wenn – wie bei Alma Mahler-Werfel und Alfred Andersch – die Kritik hier und da grollt und murrt und meutert. Und daß „Lady Chatterley“ sich an die Spitze setzen würde, war nicht anders zu erwarten, zumal ihr die Vorsehung in Gestalt des vieldiskutierten Londoner Prozesses auf mirakulöse Weise genau im richtigen Augenblick zu Hilfe kam. In den wenigen Wochen, die sie jetzt allerorts ausliegt, fand sie bereits etwa siebzigtausend Käufer. Wer könnte auch einem Buch widerstehen, das Lust und Weltliteratur (oder für Snobs: eine Gaudi sondergleichen) in einem verheißt? D. E. Z.