Wir haben uns bisher alle etwas vorgemacht

Von Fritz Baade

Es wird immer klarer, daß die Hilfe der westlichen Welt für die Entwicklungsländer endlich aus dem Zustand von Stückwerk und Zufall heraus muß. Sie muß genau wie seinerzeit die Hilfe der Vereinigten Staaten für das vom Kriege zerstörte Europa aus der Wirrnis zufälliger Hilfen zu einem langfristigen und durchdachten Plan entwickelt werden. Die Devise dieser Hilfe muß die gleiche sein wie die des Marshall-Planes: den Beschenkten zu helfen, sich selbst zu helfen.

Die Bundesregierung hat sich bereit gezeigt, eine Summe in der Größenordnung von 3 Mrd. DM zur Verfügung zu stellen. Und zwar nicht nur für ein Jahr, sondern für eine ganze Reihe von Jahren, wobei die Mittel, die aus dem Haushalt kommen, also auf Kosten des Steuerzahlers gehen, einen von Jahr zu Jahr wachsenden Anteil an dieser Summe ausmachen sollen. (3 Mrd. DM: das wäre das Doppelte dessen, was wir heute an Hilfe für eines unserer eigenen unterentwickelten „Gebiete“ – die deutsche Landwirtschaft – im Rahmen des „Grünen Planes“ jährlich aufbringen müssen.)

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Die heutige Erdbevölkerung läßt sich in drei Gruppen einteilen,

1. die Völker westlicher Lebensart mit parlamentarischer Demokratie und einer vorwiegend auf Privateigentum aufgebauten Wirtschaft,