Wirtschaft

Integriert in den Ostblock

Die „Kolonisierung" des sowjetisch besetzten Teil Deutschlands durch die beherrschende Macht und seine Einbeziehung in das zentralistische Planwirtschaftssystem des Ostens ist eine Tatsache. Hier spricht die Statistik für sich selbst: m Mill.

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DIE ZEIT

Das Trugbild einer NATO-Atommacht

Der NATO-Oberbefehlshaber Norstad hat sich in seiner letzten Rede vor der Versammlung der Westeuropäischen Union über ein Thema ausgeschwiegen, daß seine Zuhörer vor allen anderen interessiert hätte.

Dolce Vita am Lago Maggiore

Nichts da, was kommt, ist die Steuer! Sie läßt Ihnen das Leben, aber nicht viel mehr. Ersparnisse, um mehr Bücher in Ruhe schreiben zu können, ein paar moderne Maschinen, um dem international immer härter werdenden Wettbewerb standhalten zu können, das läßt Ihnen die Steuer nicht – es sei denn, Sie gehörten zu den ganz Großen.

Kalte Koexistenz

Einundzwanzig Tage lang haben in Moskau die Führer von 81 kommunistischen Parteien hinter den hermetisch verschlossenen Kremltüren getagt.

Europas Brüsseler Spitze

Dem modernen Bürogebäude gegenüber liegt einer jener großzügigen Parks, die Belgiens Hauptstadt schmücken. Am Gitter drängen sich auf winzigem Raum ein paar Dutzend Autos, die ein solches Kunterbunt von Typen aufweisen, daß ihre einzige Gemeinsamkeit besonders ins Auge sticht: Es ist, neben dem Nummernschild, ein kleines blaues Quadrat mit den drei Buchstaben EUR sowie sechs weiße Sternchen.

Joxe – Feuerwehrmann in Algerien

Im Pariser Journal officiel heißt es soeben amtlich, daß die Vollmachten des Ministerpräsidenten, soweit sie Algerien betreffen, von "dem Staatsminister für die algerischen Angelegenheiten wahrgenommen werden".

Prozeß um den Reichstagsbrand

Wer hat am 27. Februar 1933 den Reichstag in Brand gesteckt? An dieser Frage entzündete sich im vergangenen Winter eine heftige Kontroverse zwischen dem „Spiegel“ und der ZEIT.

Die USA verlangen zu viel

Das törichte Wort vom deutschen „Wirtschaftswunder“ hat in Washington offenbar in vielen Köpfen ziemliche Verwirrung gestiftet: Ganz offensichtlich wird am Potomac der Inhalt des westdeutschen Portemonnaies enorm überschätzt.

Zeitspiegel

Die Vereinten Nationen haben große finanzielle Sorgen. Das Kongo-Unternehmen verschlingt Unsummen – und dabei haben viele Mitgliedstaaten noch nicht einmal ihre Beiträge entrichtet.

Was ist Ämterpatronage?

Am Dienstag ist dem Tübinger Ordinarius für wissenschaftliche Politik, Professor Dr. Theodor Eschenburg, der Schillerpreis der Stadt Mannheim überreicht worden.

Entwicklungshilfe – Faß ohne Boden?

Es wird immer klarer, daß die Hilfe der westlichen Welt für die Entwicklungsländer endlich aus dem Zustand von Stückwerk und Zufall heraus muß.

Viele Gewinner, kein Sieger

Aus den Wahlen an der Saar gingen mehrere Parteien als Gewinner hervor, aber keine als Sieger. Die CDU hat mit 36,6 Prozent der Stimmen und 19 Sitzen zwar gegenüber den letzten Landtagswahlen viel Boden gewonnen, aber von der erstrebten absoluten Mehrheit ist sie noch weit entfernt.

Deutsche Lehrer für Ägypten

Etwa 4000 ägyptische und syrische Studenten studieren an den Universitäten und technischen Hochschulen der Bundesrepublik. Dazu kommen ungefähr 600 Studenten, die jeweils ein Jahr in Betrieben der Bundesrepublik praktizieren.

Nach Lagaillardes Flucht

Der Star der Prozeß-Aufführung ist weg. Pierre Lagaillarde, Frankreichs schillscher Offizier, ist geflohen. Und wohin? Nach Spanien.

Lord wider Willen

Der britische Abgeordnete Anthony Wedgwood Beim kämpft um seinen Unterhaussitz

Warum sie nicht mitmachen wollen

DIE ZEIT hatte einige jener Schriftsteller, die sich gegen das von Bonn vorbereitete „Zweite Fernseh-Programm“ mit der Erklärung gewandt haben, sie würden niemals dort mitarbeiten, gebeten, uns die Gedanken mitzuteilen, die zu diesem Entschluß geführt haben.

Der FLN geht auf Biegen und Brechen

Unser Mitarbeiter Egon Vacek hat sich am Dienstag mit einem der engsten Vertrauten des algerischen Exilpremiers Ferhat Abbas unterhalten.

Nordrhein-Westfalen: Wasser-Schulden

Halb schmunzelnd, halb verärgert stimmten die Ratsmitglieder der Stadt Köln dem Punkt fünf der Tagesordnung zu: Wassernachberechnung für das Agrippa-Bad.

Nur wer „entschieden“ lebt...

Wer bislang noch glaubte, er lebe vernünftig, wenn er zeitig schlafen gehe, sich satt esse, nur mit Maßen trinke und selten rauche – der wurde jetzt in Frankfurt eines Besseren belehrt.

Verhaßte Wohltat

Der moderne Strafvollzug kennt moderne Methoden und Mittel. Dazu gehört, daß die Gefangenen wenigstens unter einigen der Plagen leiden, denen der Freie ausgesetzt ist.

Nicht fein genug

Dreihundert Arbeiter und Angestellte waren im Kriege und in den ersten Jahren danach im Bayreuther Zweigwerk einer großen Firma beschäftigt.

Hessen: Wo werden sie essen, wo werden sie wohnen?

Die Lieblingsidee des hessischen Kultusministers, Professor Schütte das pädagogische Institut in Jugenheim (Bergstraße) aufzulösen und in Frankfurt an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität eine Hochschule für Erziehung zu errichten, findet bei den Frankfurter Studenten wenig Gegenliebe.

Der Volksbund bedauert

In Nr. 48 haben wir unter der Überschrift „Politik verbeten!“ von einem Vorfall berichtet, der sich bei der Feier am Volkstrauertag in Hamm zugetragen hat.

Mußte das sein?

Im Juni war es, daß die Jury des „Arbeitskreises für Jugendschrifttum“ dem siebenundzwanzigjährigen Michel del Castillo den Jugendbuch-Sonderpreis „Der junge Mensch in seiner Welt“ zusprach; am 11.

Zeitmosaik

Auf Ellis Island, einer elf Hektar großen Insel bei New York, soll eine Universität für 1000 Studenten errichtet werden. Die Insel wurde lange Zeit von der amerikanischen Einwanderungsbehörde als Auffanglager für neue Einwanderer benutzt.

Seines Bruders Schmäher

Arno Schmidt unternimmt es in dieser Artikelserie, dem mystisch-kultischen „Schlüssel“, den Robinson und Campbell zu James Joyces ebenso berühmtem wie schwierigem Alterswerk Finnegans Wake geliefert haben, eine stark abweichende, eine „schwarze“ Interpretation entgegenzusetzen.

Die Lehrstunde der Nachtigall

Der Titel und die Idee des Bildes stammen von Klopstock. „Die Lehr-Stunde“, Ode von 1775, also schon etwas veraltet, ist keine moderne Lyrik, als Runge 1801 sein Blatt zeichnet, den ersten Entwurf seiner „Lehrstunde der Nachtigall“, mit der er lange zu tun hat.

Französische Literaturpreise

Die Verpflichtung, einmal im Jahr den „Weihnachtsmann zu spielen“ und einem verdienten Autor zu einer Riesenauflage zu verhelfen, hat der Académie Goncourt, die Frankreichs begehrteste literarische Auszeichnung, den Prix Goncourt‚ vergibt, in diesem Jahr nicht nur mehr Mühe und Arbeit als üblich gemacht; diesmal hatte man obendrein Pech: als endlich ein geeigneter Autor gefunden war, stellte sich heraus, daß es mit der „Eignung“ dann doch einige Haken hat.

Meine brüllenden zwanziger Jahre

Wer sich heute an die zwanziger Jahre erinnert – manche betreiben diese Tätigkeit bereits hauptberuflich –, der hat sie damals als Erwachsener in vollen Zügen genossen und bekommt jetzt noch ein leichtes Charleston-Zucken, wenn er davon erzählt.

Mein Gedicht: Requiem für einen Faschisten

Dies ist nicht mein Gedicht, aber es ist ein Gedicht eines meiner Dichter unter den Zeitgenossen, des Österreichers Theodor Krämer, der vor wenigen Jahren im englischen Exil starb.

Abschied von Rowohlt

Über keinen Verleger hat man je so viel lesen können wie über Rowohlt. Das war nicht nur bei seinem Tode, sondern schon zu seinen Lebzeiten der Fall.

Literaturkritik im Kreuzfeuer

Ist es die Aufgabe des Literaturteils einer Zeitung sachliche Nüchternheit und wissenschaftliche Präzision anzustreben, soll etwas mehr Farbe ins Bild kommen, oder soll Farbe bekannt werden? So hatten wir gefragt – und um ein gutes Beispiel zu geben, hatten wir vier ZEIT-Artikel zur Kritik angeboten.

Walther Killy:: Maßstab ist die Tradition

So viel Interesse R. W. Leonhardts Fragen auch hervorrufen – so platonisch sind sie, wenn man sie nur für sich betrachtet. Ehe nämlich ein Rezensent sich für eine Methode, einen kritischen Stil entscheidet, sind ja die eigentlichen, weniger platonischen Vorentscheidungen längst gefallen.

Carl Zuckmayer:: Leidenschaft zählt

Die drei Kategorien, die Rudolf Walter Leonhardt für die mögliche Form der Besprechung von Gegenwartsliteratur aufstellt, können vermutlich erweitert werden, und ich glaube, es ist ziemlich gleich, welcher dieser Formen sich ein Kritiker bedient, es kommt nur darauf an, was er zu sagen hat und wie er es sagt.

Erinnerung und Aufbruch

Alexis Saint-Leger Léger, der sich später als Dichter Saint-John Perse nennen sollte, wurde 1887 auf Guadeloupe geboren, genauer: auf einem dem Hafen von Pointe-a-Pitre vorgelagerten Eiland, Saint-Léger-les-Feuilles, wo er auch seine Kindheit verbrachte.

Über Deutschland plaudern

Das ist munter. Das ist witzig. Das ist toll gekonnt; Der Autor muß ein alter Routinier sein – und doch hat man seinen Namen noch nicht oft gehört.

Niemandsland der Kameraderie

Daß auch „dort“ – nämlich jenseits des Eisernen Vorhanges – daß auch dort Deutschland erzähle, nun, das ist klar. Aber was wissen wir im wunderlich-wohlhabenden Westen davon, was geistig, was künstlerisch „dort“ vor sich gehen mag, in jenem Nachbarlande, das uns so fern und fremd geworden ist, als trennten uns Ozeane von ihm; mit dem uns ein inländischer Portosatz und eine Sehnsucht und immerhin roch eine Muttersprache, aber sonst nicht allzuviel mehr verbindet; in jenem unglücklich zwischen Ost und West eingeklemmten Nachbarlande, das wir sogar in Verlegenheit sind, beim Namen zu nennen, weil ein solcher eindeutig nicht feststeht – : mal nennen wir’s „die Zone“ und denken uns dabei dies und das, was mit Besatzung zusammenhängt; mal Ostdeutschland, was doch nicht recht stimmen will, weil Ostdeutschland im heutigen Polen liegt; mal Mitteldeutschland, auch ein schreckliches Wort; und mal „die DDR“, was Deutsche Demokratische Republik heißt und uns schon gar nicht einleuchtet, weil wir einen ganz anderen Begriff vom Demokratischen haben .

Unsere Probleme von morgen

Der liebe Gott sorgt für die Kinder, die Betrunkenen und die Amerikaner" – die Behauptung stammt, wenn ich mich recht entsinre, von Bismarck.

Spanische Temperamente

Niemand, der nicht Spanier ist, wird je in den inneren Kreis eindringen, wo man nicht mit dem Verstand begreift, sondern mit der Seele erfährt, was es mit dem Stierkampf auf sich hat.

Wirbelwind in Unterröcken

Nicht auszudenken, wie ein deutscher Verleger reagiert hätte, wenn ein einheimischer Schriftsteller auf den Gedanken verfallen wäre, eine Riesenbiographie beispielsweise der erstaunlichen Madame de Staël zu widmen, die in den Literaturgeschichten modert und bestenfalls noch in romanistischen Proseminaren zu Wort kommt.

Liebeswerben um Ghanas Gunst

In dem kleinen, aber weltpolitisch nicht unbedeutenden Staat Ghana an der Westküste Afrikas bahnt sich eine Entwicklung an, die das internationale Ringen um den Assuan-Damm lebhaft in Erinnerung ruft.

Washington bittet zur NATO-Kasse

Es ist Mode geworden, die bundesdeutschen Wohlstandsbürger zum Opfern aufzurufen – für die Entwicklungshilfe, für die Konjunkturdämpfung und neuerdings für die europäische Verteidigung.

Mit Kandare und Sporen

Wie wirkt sich der kreditpolitische New Look aus, den die Bundesbank kürzlich mit ihrer Diskontsenkung gezeigt hat? – Noch läßt sich nicht viel über die Ergebnisse sagen: Der Sachverhalt ist ja so, daß der Zentralbankrat nach außen hin mit dem (relativ) niedrigen Diskontsatz operiert, während er gleichzeitig nach innen hin an dem Bestreben mitwirkt, Liquidität zu binden.

Und die weiblichen Angestellten?

Der Realität näher kommt die viel zitierte Lohnstatistik des Statistischen Bundesamtes, wenngleich auch diese historischen Anspruch erheben kann; denn die jüngste dieser Art stammt aus dem Jahre 1957.

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