Das Börsenwetter hat sich gedreht. In unserem letzten Bericht hatten wir bereits von der Erreichung einer „Widerstandslinie“ und der Erholung aller Sahara-Werte gesprochen. Die technische Situation, besonders am Terminmarkt, hatte sich durch weitgehenden Abbau spekulativer Engagements wesentlich gebessert. Nach der Ende Oktober durchgeführten Monatsliquidation, die schwere Verluste im Ausmaß von durchschnittlich 10 vH erbracht hatte, zeigte die in der letzten Novemberwoche für Dezember durchgeführte Verlängerung der Terminverpflichtungen erstmalig wieder kleine Gewinne. Unmittelbar nach Beendigung dieser Liquidation trat eine, zunächst von ein paar großen Privatbanken geführte Aufwärtsbewegung ein, bis dann aus eigenem Schwung sich ein normales Börsenleben weiterentwickeln konnte.

Die Umsätze sind noch immer nicht sehr groß. Durch kluge, vorsichtige Interventionen ist aber erreicht worden, daß sich die politische Psychose allmählich verflüchtigte und reale wirtschaftliche Tatsachen wieder mehr in den Vordergrund traten. Erleichtert wurde diese Bewegung durch den Überhang an flüssigen Mitteln, sowie – und dies war entscheidend – durch die Besserung aller Sahara-Werte, auf die wir in unseren letzten Berichten schon hingewiesen haben. Erdölaktien haben in etwa zehn Tagen 30 vH ihrer Verluste eingeholt. Bei den Erdölfinanzierungsgesellschaften SOGEREP, COFIREP B, FINAREP B und GENAREP gehen die Gewinne, an den niedrigsten Novemberkursen gemessen, sogar bis 40 vH. Die Umsätze in all diesen Werten haben sich stark erhöht. Nach so großen Steigerungen müssen selbstverständlich auch durch Gewinnmitnahmen erzeugte Schwankungen entstehen. Es ist aber bemerkenswert, daß, selbst an Tagen, da die Allgemeintendenz unter leichtem Verkaufsdruck stand, sich in nordafrikanischen Werten stets große Widerstandskraft zeigte. Die weitere Entwicklung der Börse scheint von der Haltung aller nordafrikanischen Titel abhängig zu sein.

Montanwerte verkehrten befestigt, aber unregelmäßig. Die Stahlproduktion lag in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 14,5 vH höher als in der Vergleichszeit. Gleichzeitig ist die Erzeugung der C. E. C. A. aber um 17 vH gestiegen. In der Gruppe der Textilwerke ist wieder neues Leben eingekehrt. Bei Celtex spricht man von der Ausgabe einer Gratisaktie auf drei alte Aktien – ein Gerücht, das nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert worden ist.

Alle großen Warenhäuser haben Höchstkurse erreicht. Die Umsatzzahlen der sechs größten Pariser Häuser (Bazar de l’Hotel de Ville, Bon Marche, Galreies Lafayette, Printemps, Prisunic-Paris und Samaritaine haben im dritten Quartal 25 vH mehr als in der Vergleichszeit betragen. In der Provinz werden nun zahlreiche Supermarkts errichtet. Retlaw