Aus den Wahlen an der Saar gingen mehrere Parteien als Gewinner hervor, aber keine als Sieger. Die CDU hat mit 36,6 Prozent der Stimmen und 19 Sitzen zwar gegenüber den letzten Landtagswahlen viel Boden gewonnen, aber von der erstrebten absoluten Mehrheit ist sie noch weit entfernt. Das liegt nicht zuletzt daran, daß die Christlichen Demokraten gegen zwei politische Gruppierungen kämpfen mußten, die durch Abspitterung von der CDU entstanden sind Die Christlich-Nationale Gemeinschaft (CNG), in der sich diejenigen sammelten, die eine Fusion der CDU mit der Christlichen Volkspartei des ehemaligen Ministerpräsidenten Hoffmann mißbilligt hatten, und die Saarländische Volkspartei, in der sich die von der Fusion enttäuschten alten Hoffnunn-Anhänger wiedertrafen. Die SVP brachte es immerhin auf 11,4 Prozent der Stimmen und wird auch mit sechs Abgeordneten im Landtag vertreten sein, die CNG (2,6 Prozent) dagegen wird wohl mit dieser Wahl ihre Rolle ausgespielt haben.

Die Sozialdemokraten zählen sich gleichfalls zu den Gewinnern. Sie eroberten diesmal doppelt so viele Sitze wie 1955. Nimmt man jedoch die – inzwischen für ungültig erklärten – Kommunalwahlen vom letzten Frühjahr als Maßstab, so ist die SPD seither nicht weiter vorangekommen. Auch daß die linksradikale Gruppe der Deutschen Demokratischen Union – einer ihrer führenden Politiker ist der frühere kommunistische Landtagsabgeordnete Walch – immerhin die Fünf-Prozent-Klausel überwinden konnte, mag den Optimismus der SPD etwas gedämpft haben.

Der große Verlierer an der Saar ist die Demokratische Partei Saar mit ihrem Führer Heinrich Schneider. Die DPS verlor fast die Hälfte ihrer Sitze und schrumpfte von 18,3 auf 13,8 Prozent. Diese Partei hatte beim Kampf um das Saarstatut ihre große Zeit. Inzwischen aber ist der politische Alltag an der Saar eingekehrt, Enttäuschungen sind nicht ausgeblieben. Es scheint, daß nun auch für die Freien Demokraten im Saarland das Wort Reinhold Maiers Gültigkeit gewinnt: Klein, aber fein. R. Z.