gru-, Köln

Halb schmunzelnd, halb verärgert stimmten die Ratsmitglieder der Stadt Köln dem Punkt fünf der Tagesordnung zu: Wassernachberechnung für das Agrippa-Bad. Dieser Beschluß kostet die Stadt nicht weniger als 75 436,65 Mark. „Zahlungsobjekt“ sind 397 035 Kubikmeter verbrauchtes Badewasser.

Schuld an dieser Nachzahlung trägt ein Angestellter der städtischen Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke, der sich offenbar mit Dezimalstellen nicht auskennt. Von Mai 1958 bis zum März 1960 las er den Hauptwasserzähler falsch ab. Statt 441 150 Kubikmeter schrieb er zum Beispiel 44 115 Kubikmeter auf – also genau neun Zehntel zuwenig;

Den GEW-Werken ist dieser Irrtum nicht aufgefallen. Erst bei einer technischen Überprüfung der städtischen Wasserzähler wurde man auf den Fehler aufmerksam. Jetzt muß die Stadt zahlen. Denn die GEW-Werke sagten: „Aus wirtschaftlichen und steuerlichen Gründen können wir auf eine Nachberechnung nicht verzichten.“

Unverständlich ist den Stadtvätern das Verhalten der städtischen Bäderverwaltung. Im Agrippa-Bad hat man nämlich die richtige Kubikmeter-Zahl gewußt – aber nie einen Ton gesagt. „Wir haben den Hauptwasserzähler nur zu statistischen Zwecken abgelesen“, heißt es. Der Rat der Stadt Köln fragt sich nun: Wollte vielleicht eine städtische Verwaltung eine andere städtische Verwaltung übers Ohr hauen?