Die vergangenen Jahre harter Arbeit sind für den einzelnen nicht ohne Erfolg geblieben. Vielen war es trotz der gestiegenen Lebensansprüche möglich, Ersparnisse zu machen – oftmals angeregt und begünstigt durch staatliche Förderungsmaßnahmen. Wer einigermaßen geschickt war, hat dafür gesorgt, daß sich die Rücklagen vergrößerten; das Geld „arbeitete“. Die ungewöhnlichen Kursgewinne auf dem Aktienmarkt haben das Wertpapiersparen angeregt. Aber gleichzeitig rührte sich auch die Spekulationslust solcher Kreise, die in der Börse eine Art Spielsaal sahen, wo man mit kleinem Risiko viel Geld „machen“ konnte. Diese Leute suchten nach Spielregeln und Tips, um zu den gewünschten Erfolgen zu kommen. Sie mußten aber bald einsehen, daß die von verschiedenen Seiten verkauften Tips nicht immer sehr zugkräftig sind. Wer im voraus weiß, wie sich die Kurse entwickeln werden, braucht nicht mit Tips zu handeln, sondern handelt mit Aktien. Andererseits gibt es aber einige solide Grundsätze für die Geld- und Kapitalanlage, die man kennen sollte. In letzter Zeit sind zahlreiche Bücher und Schriften erschienen, in denen in leichtverständlicher Form Aufklärung über die Grundzüge von Kapitalanlagen gegeben wird.

Über die sicherste, beste und erfolgreichste Geldanlage gibt es kein Allgemeinrezept. Man kann zwar sagen, im Augenblick erhält man dort die höchsten Zinsen, diese Aktie ist im Vergleich zu anderen Papieren zu niedrig notiert, und unter Berücksichtigung der jeweiligen steuerlichen Verhältnisse ist der Bau eines Wohnhauses reizvoll. Aber niemand vermag zu sagen, ob sich die einmal gewählte Anlage auch in der Zukunft als krisenfest erweisen wird. Ähnlich ist es an der Börse. Nach den bisherigen Erfahrungen waren – über Generationen hinweggesehen – die Aktien wertbeständiger als die festverzinslichen Papiere. Aber wird das auch in Zukunft noch so sein? Wer also nach einem Buch sucht, das ihm sagen soll: „So mußt du es machen – und nicht anders, wenn du ein zweiter Flick werden willst!“, ist ganz einfach auf dem Holzweg. Wo tatsächlich solche und ähnliche Ratschläge angeboten werden, wird gewissenlos gehandelt.

Verlangen kann man dagegen die Erläuterung der allgemeinen Grundsätze über die Kapitalanlage, die Erklärung der oftmals komplizierten Begriffe und praktische Hinweise, insbesondere auf steuerlichem Gebiet.

Nahezu alle Gebiete der Geldanlage, die, dem „kleinen“ und „mittleren“ Sparer offenstehen, behandelt Dr. Franz Goossens in seinem neuen Buch „Der große Ratgeber für krisenfeste Geldanlagen“ (Verlag Moderne Industrie, München. – 442 Seiten, 28,– DM). Er beschäftigt sich mit dem Kontensparen, mit Wertpapierfragen, mit dem Problem der direkten Beteiligung und kommt dann eingehend auf den Grundstücks- und Mietshauserwerb zu sprechen. Selbst die heute so interessanten Goldmünzen sind nicht ausgelassen. Die sich bei jeder Anlage ergebenden Steuerprobleme werden nach dem gegenwärtigen Stand der Gesetzgebung behandelt. Aber schon hier wird klar, daß der Aussagewert eines solchen Buches nicht für alle Zeiten gedacht sein kann. Bei jeder künftigen Steueränderung wird sich der Reiz dieser oder jener Anlage vergrößern oder verkleinern.

Eine Art Lexikon ist das von Günter W. Storch erschienene Werk „Umgang mit Geld und Gut“ (C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh. – 448 Seiten, 9,80 DM), das ebenfalls als praktischer Ratgeber gedacht ist. In ihm wird beispielsweise einleuchtend erklärt, wie man den Kurszettel der Aktiennotierungen liest oder wie man ohne Hilfe eines Rechtsbeistandes ein gültiges Testament abschließt.

Aufschlußreich ist auch die Schrift von Walter Girnth mit dem Titel Wirtschaftlich denken – handeln“ (Verlag Dr. Otto Schmidt KG, Köln-Marienburg. – 134 Seiten, 9,50 DM), das nach sogenannten Faustregeln arbeitet. Der Verfasser versucht u. a. Antworten auf folgende Fragen zu geben: ‚Welches Kraftfahrzeug kann ich mir leisten? Wie hoch darf meine Miete sein? Was mache ich mit meinem Geld?’ Insgesamt hat er 99 Faustregeln zusammengestellt.

Daß Bauen eine besondere Wissenschaft ist, wird jeder gemerkt haben, der sich in den vergangenen Jahren ein Eigenheim errichten ließ. Zum Bauen gehört Geld und Geduld – und noch mehr Geld. Die Geduld muß man haben. Das Geld nicht unbedingt. Es braucht jedenfalls nicht unbedingt aus eigener Tasche zu fließen. Auf die Frage: „... und woher das Geld zum Bauen – Kaufen?“ versucht Fritz Wübbenhorst, Grundstücks- und Finanzmakler, eine Antwort zu geben. Er sagt aber nicht nur, wie man seinen Bau finanzieren kann, sondern kommt daneben ausführlich auf die vielerlei Gebühren (für den Architekten, für das Gericht, für die Landvermesser und für die Makler) zu sprechen. Auch über die Erbschaftssteuer wird das Wesentliche gesagt. Der Bauwillige weiß nach dem Studium dieses Buches, was ihn erwartet, wenn er an die Ausführung seines Planes geht. (30. Auflage, Stand 1. 9. 1960, Preis 5,40 DM.)