Wie sehr der Humor Menschen und Zustände ins rechte Licht rückt, zeigt der Roman von

Andrew Sinclair: „Das Bärenfell“; R. Piper & Co Verlag, München; 256 S., 12,80 DM.

Ein humorvoller junger Mann beschreibt die Abenteuer eines zornigen jungen Mannes. Und gerade weil es aus der Distanz der Ironie geschieht, gibt es nicht nur mit der Scharfäugigkeit des Zorns durchschaute Situationen, sondern auch einen glaubwürdigen und typischen Übergang vom Rebellentum zum Bürgerdasein.

Der Held der Fabel, Bumbo, ehemaliger Eton-Stipendiat, schafft es, als Offiziers-Aspirant zu den Horse Guards zu kommen. Aus kohlhaasischer Rechtlichkeit wiegelt er bei der Suezkrise seine Soldaten zur Rebellion auf – Ausbruch nicht nur gegen die Politik seines Landes, Ausbruch gegen „sie“, gegen die Gesellschaft, gegen Dummheit und gegen jenes Konglomerat all dessen, was junge Löwen zum Brüllen reizt.

Natürlich wird Bumbo „gebrochen“, aber er überlebt. Er resigniert und heiratet eine reiche Debütantin, und wenn sie nicht gestorben sind, so sind sie gewiß so glücklich geworden wie die meisten Ehepaare auf der Welt.

Ein Buch von einem jungen Mann, der Menschen durch das, was und wie sie es sagen, so treffsicher charakterisiert wie Tucholsky, und der wie jener weiß, daß moralischer Humor, der die Welt trotzdem liebt, ehrlicher, wirksamer und besser ist als moralischer Ernst, der die Welt haßt, weil sie sich nicht ändert. Sy