Da jedoch erscheint, inmitten der Seite, „Dave the Dancekerl“: James selbst (der ja für seinen „Spinnentanz“ bekannt war, wie er ihn, in illuminiertem Zustand, überall zum Besten zu geben pflegte). Und Stanislaus unterbricht sich und ruft: „Aber sachte jetzt! Kann denn das sein?: Der Troubadour?! Ist Triest, Österreich, denn tatsächlich so klein? – O Gott, ich wittre den Knoblauch-Mief! Kruzifix, hier kommt doch tatsächlich unser beliebter Dave, zählebig wie eine Katze, vom alten Lande wieder zurück!“ („Viele Anklänge finden sich hier an die Leidensstationen Christi“, merken Campbell und Robinson mit ernsthaften Gesichtern an: „und der Knoblauch ist ja ein Symbol der Unsterblichkeit“.)

Der Rest der Episode besteht zunächst aus einigen Urteilen von Stanislaus über James’ Person und Werk: „Alt sieht er aus mit seinen tiefliegenden Augen, und doll-dünn ebenfalls. Aber dann wieder dieses Ziegenbärtchen und der schuftige Blick!... Ganze Seiten aus meinem Tagebuch hat der Kerl geklaut! Gewiß, er hat auch selbst guteneue Einfälle und kann zuweilen ein kurioser Kauz sein, garantiert. Aber was er im Augenblick schreibt, sind nur unselige Wortspielereien.“

Dann verabschiedet er, weinerlich und wütend, das Triest auf immer verlassende Paar Nora und James: „Gut! Schön! Eure Wohnung ist nicht mehr groß genug für mich mit. Also auf Nimmerwiedersehen, ihr Sis-Kinder: der Feind verschwindet endgültig. Fik yew! Für mich ist der Fall erledigt!“ Worauf sich sogleich James’ spöttischer Abschiedsgruß an ihn anschließt: „Mit diesen Worten, verschwand unser Großer Unverstandener aus dem Gesichtskreise; und mit einem einhelligen ungekünstelten Schrei des Bedauerns verabschiedeten sich die Mägdlein von ihm, dem Gerechten, ihrem Liebling... Jaun spuckte noch einmal ausgiebig und stieß ins Nasenhorn. Dann stolperte er davon, indem er über seine Schwestern das Zeichen des Südlichen Kreuzes beschrieb. Ein letzter schwerer Liebesseufzer trieb ihm den Hut in die Höhe... : Wo immer du nun auch weilen magst, ländlicher Haun, exportfähig-stämmiger Bursche: möge dein Haar immer blonder und spärlicher werden! Schone deine Stimme! Nähre deinen Geist entsprechend!... Oh wärest du uns doch erspart geblieben, Hauneen-Junge: Pfennigweiser, Lampenputzer, Postfritze! Du unser Musterheiliger, wie ich ihn selten unter alleinstehenden Männern antraf!... Zugegeben, unser Leben wird ärmer sein ohne dich: weil uns ein Vakuum mangeln wird! Lauf nur weiter deine neun Meilen täglich, wackerer, fußkranker Haun! Fortschrittle rüstig! Halt aus! : Sieg doch, du Teufel du!!!“

Abgesehen von zahlreichen kürzeren, weit im Wort-Warr zerstreuten Anspielungen auf die nachtriestiner Jahre – Seite 29 etwa und 76 ff. – ist die Hauptstelle Seite 566–609 zu finden. In den Hundstagen 1928 nämlich trafen sich im Hotel Mirabell zu Salzburg beide Ehepaare: James und Nora und die jungverheirateten Stanislaus und Nelly. Und sofort geht’s wieder los; sofort setzt sich die Höllenmaschine wieder in den zischendsten Gang; wieder kreischt und sabbert der erstaunlichste Haß: Eiei, we tommt denn da?

„Nelly nettle, and her lad of mettle“ – aus dem pueril-gehässigen Singsang ins Deutsche übertragen etwa: „Nelly, die nette Nessel und ihr Kraftbursche“. Bezüglich James’ Wut gegen nun auch die Schwägerin sind bis heute keinerlei Motive bekannt; auch Ellmann hat keine Ahnung; vermutlich ist es Grunds genug gewesen, daß Stanislaus eine junge, nicht unwohlhabende Schülerin geheiratet hatte und sich nun in Triest ein erstes anständiges, menschliches Heim gründete – nach den im Hüter beschriebenen Kindheitserfahrungen ist ja nichts begreiflicher. Nach James’ heißt das „Staneybatter... foundling Nelliza the Second... in their delightful Sexsexhome, Somehow-at-Sea... Fik up for fleshy Nelly!“ geifert er; oder, schon auf Seite 151, von der „voracity of fairy Nelly’s vacuum“, des „Töchterleins, wie nur immer eines die Dame spielte, und ihren eigenen Vater heiratete“!

Jedenfalls beginnt die Szene erst einmal mit dem scheinheilig-erstaunten Ausruf: „Glanz des Himmels! Welche Vision!... Diese Felsklippen um uns; diese Bergwände!... Und wer mag denn das sein, dieser Mitry-Man?“ (also sowohl ein „Mächtiger“ als auch ein „Literatur-Papst“ mit „Mitra“, dem „Hohen Hut“, der darf ja nicht fehlen!). „An den Füßen trägt er die doppelten Socken; denn er muß ja warm und sicher schlafen können. Man sieht, er ist noch wesentlich stattlicher geworden als früher; man könnte sagen, er trüge eine ganze Literatur unter dem Rockschoß, unser ölig Aktiver, unser netherworld-bosomfoe unser irdischer Busen-Feind!“

„Und wer mag wohl das Körperchen an seiner Seite sein?... Mit ihrem Gatten, dem All-Balsamigen, stolz wie ’ne Pfauhenne; und das volle Mündchen, küßlich-küßlich Und er, der Engel-Sitter, der stets Solvente, gegen den nicht der kleinste Verdacht in Umlauf ist, mit seinem winzig daherrauschenden Pusselfrauchen: sie kommen nämlich gerade von ihrer diamentenen Hochzeitsreise.“ Gleich läßt James wieder Stanislaus die gußeisernsten Maximen von sich geben: „Repsektiert mir alles Uniformierte! Schiebt die Bezahlung von Rechnungen nicht hinaus! Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Begeht keine Wunder. Verlaßt euch auf den Lunch.“ – „Mögen ihre Lebensregeln ihnen beistehen und ihren Fall beschleunigen! Denn sie sahen sich, und paarten sich, und stiegen ins Bett. Und schlugen sich herum mit verzankten Verwandten. Und lernten nicht einmal die Lektion der ersten Stunde... Sie ließen die Habenichtse im Stich. Und ließen lassend, und schufteten schuftig, Farao und die Fee. Er, der dicke, total ‚verkörperte‘ Weingärtner, der er ist und früher schon war, neun Gastwirte in einem: laßt ihn nur in seinem hydrokomischen Etablissement; und seine paßgangwatschelnde Partnerin daneben, die Sklavin des Rings, der die Hand müde macht.“ Unerschöpflich, wie ein Auto der Städtischen Müllabfuhr sich auskippt, entleert James sich von Lästerungen des Bruders: „Er, der Verhaßte, mit dem öligen gnadenreichen Lächeln um die eierigen Schinkenlippen. Königlich wie die Post, und so fett wie ein Brummbaß: schön: Schein: Shaun, der Poseur! Ein Penny für deine Gedanken, du!... Und, tz, wahrlich dies himmlische Odeur! Oh, Butter Butter: Unsere tägliche Post bring uns heute!“