Die Osram GmbH, Berlin – München, hat im Geschäftsjahr 1959/60 (30. 6.) ihren Umsatz von 196 auf 224 Mill. DM gesteigert. Die Zuwachsrate von 14,4 (i. V. 4) vH hat sich damit mehr als verdreifacht. Auf das Inlandsgeschäft entfielen mit rd. 180 Mill. DM etwa 80 vH. Darunter befanden sich etwa 253 Mill. Stück Lampen, Vacublitze und Starter. Der restliche Umsatz von 44 Mill. DM machte den Export aus, der um 20 vH höher war und demnach überdurchschnittlich gestiegen ist. Der Mehrumsatz wurde bei unveränderten Verkaufspreisen erzielt, deren Index (1938 = 100) seit Jahren bei rd. 103 liegt. Auf diese Tatsache wies Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Heinrich Freiberger besonders hin und verwahrte sich damit gegen Behauptungen von einem angeblichen „internationalen Preiskartell“. Gerade die starke internationale Konkurrenz zwinge bei „Pfennigartikeln“, worunter die große Masse der üblichen Gebrauchslampen, Leuchtröhren und Sonderlampen fällt, zu äußerst knapper Kalkulation und darüber hinaus zu einem Forschungsaufwand zur Verbesserung der Qualität, der sich bei Osram auf fast 6 vH des Jahresumsatzes beläuft.

„Für größere Produktionsunternehmen ist es eine Lebensfrage, eigene Forschung zu betreiben“, heißt es in dem sehr ausführlichen Teil des Geschäftsberichtes, der diesem Teil der Arbeit des Unternehmens gewidmet ist. Noch immer wird in den Osram-Laboratorien an der Verbesserung der konventionellen Glühlampe gearbeitet, die mindestens zu einer längeren Lebensdauer führt Die Leuchtstoffröhren werden gleichfalls auf längere Brenndauer, aber auch auf stärkere Lichtausbeute hin weiterentwickelt. Bei den Laborversuchen ist man bemüht, die Farbwiedergabe der beleuchteten Objekte so „natürlich“ zu halten, daß sie dem Sonnenspektrum so nahe wie möglich kommt.

Die verstärkte wirtschaftliche Expansion (vor allem die anhaltende Baukonjunktur) war der Hauptimpuls für die Umsatzsteigerung. Sie hat im neuen Jahr noch zugenommen und einen Bedarf geweckt, der auf einzelnen Gebieten mit den vorhandenen und kurzfristig zu erweiternden Kapazitäten kaum mehr zu bewältigen ist. Betrugen die Investitionen schon im Berichtsjahr 14,9 Mill. DM, wovon entsprechend ihrem Fertigungs- und Personalanteil 8,9 Mill. DM auf die Berliner und 6,0 Mill. DM auf die westdeutschen Werke entfielen, so sind im jetzigen Geschäftsjahr bereits 28,6 Mill. DM vorgesehen.

Die glänzende Umsatzentwicklung darf über ein anderes ernsthaftes Problem nicht hinwegtäuschen: Im Berichtsjahr wurden bereits rund 41 (39) vH der Einnahmen oder 81,8 (72,4) Mill. DM für Löhne und Gehälter ausgegeben. Dieser erhebliche Kostenfaktor, der weiter eine steigende Tendenz zeigt, ist eine Folge der starken Fluktuation der Arbeitskräfte und des hohen Krankenstandes seit dem Inkrafttreten des Lohnfortzahlungsgesetzes. In dem Jahrzehnt zwischen den Geschäftsjahren 1949/50 und 1959/60 ist bei Osram die Zahl der Mitarbeiter im Inland von 8454 auf 14 096, also um 67 vH gestiegen. In der gleichen Zeit hat sich die Lohn- und Gehaltssumme von 25,9 auf 81,8 Mill. DM, also um 216 vH erhöht. Darunter hat das Geschäftsergebnis insofern gelitten, als der ausgewiesene Gewinn von 6,73 (6,26) Mill. DM bei weitem nicht so kräftig gestiegen ist wie der Umsatz. Für das Berichtsjahr erhalten die Gesellschafter eine Dividende von 14 (13) vH.

Noch stärker expandiert haben die ausländischen Beteiligungsgesellschaften (u. a. in Argentinien, Brasilien, Italien und Griechenland), deren Umsätze um 24 vH auf etwa 83 Mill. DM zugenommen haben. Die daraus der Muttergesellschaft zugeflossenen Erträge machten im Berichtsjahr 1,07 (0,77) Mill. DM aus. G. G.