Den Rekordergebnissen, welche die Klöckner-Werke AG, Duisburg, im letzten Geschäftsjahr erzielt haben, hat sich auch der Verlauf der Hauptversammlung angepaßt. Schon die Präsenz von fast 90 vH des inzwischen auf 300 Mill. DM erhöhten Kapitals war bei Klöckner ein bisher nicht dagewesenes Ereignis; aber erst recht wich die restlose Zufriedenheit der Aktionäre, die alle Vorschläge der Verwaltung einstimmig billigten, von den Versammlungen früherer Jahre ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Dr. Günter Herde, der in seiner souveränen und verbindlichen Art geradezu das Musterbeispiel eines Hauptversammlungsdirigenten ist, brauchte gar nicht einmal darauf hinzuweisen, daß das Duisburger Stadttheater, in dem auch die Klöckner-Aktionäre tagten, abends „Wir sind noch einmal davongekommen spielt. Die Verwaltung der Klöckner-Werke kam ohnehin glänzend „davon“. Dazu hatte natürlich nicht unwesentlich der Dividendenvorschlag beigetragen, der die Ausschüttung für 1959/60 von 8 auf 12 vH heraufsetzt.

Es sind viele freundliche Worte von Aktionärsseite für die Verwaltung gesprochen worden, und es wurde sogar deutlich, daß der Verwaltung jetzt für die mageren Klöckner-Dividenden der vergangenen Jahre Absolution erteilt worden ist. Die Achtung vor der unternehmerischen Leistung kommt, wenn wir uns an die zum Teil sehr unschönen Debatten um die in diesem Konzern – der ein Hüttenwerk „auf der grünen Wiese“ erstellen mußte, um nicht den Anschluß an die neue Zeit zu verpassen – naturgemäß sehr hohen Investitionsraten erinnern, zwar spät; aber sie ist immerhin gekommen. Die – wie es ein Aktionär ausdrückte – „revolutionär günstige Entwicklung“ der Klöckner-Gruppe hat jetzt uneingeschränkt den Dank der Aktionäre an die Verwaltung gefunden.

Der Anteil der Hütte Bremen an dem Gesamtumsatz des Konzerns ist im Berichtsjahre, wie in der Hauptversammlung zu hören war, auf 24 vH – nach 19 vH im Vorjahr – gestiegen. Dabei betrug der Umsatzanstieg des Bremer Werkes allein 61 vH. Daß damit auch der Beitrag dieses Unternehmens zu der überraschend stark angestiegenen Dividende erheblich ist, liegt auf der Hand. Von Aktionärsseite wurde der – verständliche – Wunsch angemeldet, das Unternehmen möge im laufenden Jahr auch das „erhöhte Kapital mit der erhöhten Dividende bedienen“. Hierzu betonte Dr. Henle jedoch nur, die Verwaltung werde alles tun, um die Dividende so hoch wie möglich ausfallen zu lassen. Eine verbildliche Vorhersage sei jedoch noch nicht möglich, da von dem laufenden Geschäftsjahr erst fünf Monate verstrichen seien.

In der bemerkenswert harmonischen Diskussion nahm der Verwaltungsantrag auf ein neues genehmigtes Kapital von 65 Mill. DM einen hervorragenden Platz ein. Daß auch dieser Tagesordnungspunkt einstimmig gebilligt wurde, ist nicht zuletzt auf die – wie ein Aktionärsvertreter betonte – „guten Erfahrungen“ zurückzuführen, die die Klöckner-Aktionäre mit der letzten Kapitalerhöhung gemacht haben. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat des Unternehmens wurde bescheinigt, mit den Bedingungen der letzten Kapitalerhöhung die Interessen der kleinen Aktionäre besser gewahrt zu haben als vergleichbare andere Unternehmen dieser Branche. Von Seiten der Verwaltung wurde noch einmal erklärt, daß für das neue genehmigte Kapital noch kein konkreter Verwendungsplan bestehe. Auch sei noch kein Zeitpunkt für die Begebung neuer Aktien aus diesen Mitteln vorgesehen. Auf Anfrage hieß es, daß es denkbar sei, zum Zeitpunkt der Ausgabe junger Aktien einen Spitzenbetrag für die Einführung des Klöcknerpapiers an ausländischen Börsenplätzen zu verwerten, aber konkrete Beschlüsse darüber lägen noch nicht vor. Wie zu hören war, hat die Klöckner-Werke AG inzwischen 20 000 Aktionäre. Nmn.