M. Sp., Hamburg

W er, wie ich, in der Zeit der Weihnachtseinkaufe zugleich noch Einkäufe für eine neue Wohnung machen muß, der hat es eilig. So kam. es, daß ich in einem Lampengeschäft der Hamburger Innenstadt im Handumdrehen eine wunderschöne Lampe aus Paris erstand. Diese Lampe war indes keine Lampe, sondern eine „Leuchte“, und sie kostete entsprechend viel. Na ja, Paris ist eben eine Summe wert.

Der Zufall wollte es, daß ich ein paar Tage später in einem Hamburger Vorort „meine“ Lampe – Verzeihung: Leuchte – im Schaufenster eines kleinen Geschäftes entdeckte. Schön sieht sie aus, dachte ich. Du kannst dich über deinen Kauf freuen“ Als ich aber das Preisschild sah, schwand die Freude. Diese Lampe war zwanzig Mark billiger als meinet, Alles nähere Hinsehen, alles Drehen und Wenden der Lampe nützte nichts – es war die gleiche sie kam von derselben Firma in Paris.

Ausgerechnet mir mußte so etwas passieren, Mir, die ich doch sonst immer tagelang die Preise, prüfe und mit denen anderer Geschäfte vergleichet Da habe ich einmal drauflos gekauft – und schon bin ich ’reingefallen.

Nun gehöre ich zu den Menschen, die einer Sache auf den Grund gehen. So fragte ich in einem höflichen Brief bei dem Lampengeschäft an, wie die Preisdifferenz von 20 Mark wohl zu erklären sei. Ob es an der hohen Miete in der Innenstadt liege? Gewiß, dafür hätte ich Verständnis. Aber 25 Prozent Aufschlag? Sei das nicht doch etwas zuviel?

Einige Tage später bekam ich die Antwort. Man bat mich um Entschuldigung. Alles sei ein Irrtum. Man habe den Preis mit dem einer antiken Lampe vertauscht. Das zuviel bezahlte Geld“ ginge mir umgehend zu.

So hatten wir denn alle unsere Weihnachtsfreude: Ich bekam 20 Mark, der Geldbriefträger ein Trinkgeld und das Lampengeschäft die Gewißheit, daß nun wieder Ordnung auf den Preistafeln herrscht.