Noch immer ist vielen nicht ganz klar, was eigentlich mit den amerikanischen Goldreserven los ist. Nach dem, was Präsident Eisenhower gesagt hat, und nach dem, was Finanzminister Anderson getan hat, muß die Lage indes tatsächlich sehr ernst sein.

Nichts könnte die amerikanische Zwickmühle besser veranschaulichen als die Vorgänge in Umsonstia-am-Meer, jenem winzigen europäischen Land, das seit Anfang 1946 ein Bollwerk gegen den Kommunismus und ein Freund der Vereinigten Staaten ist.

Wie jedermann weiß, war Umsonstia im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Deutschen und hatte daher nach der Einstellung der Feindseligkeiten Anspruch auf sofortige amerikanische Finanzhilfe.

Seit 1946 haben die Amerikaner $ 150 000 000 an Umsonstia gezahlt, bis dessen Wirtschaft zu den stärksten in Europa zählte. Kurz vor dem Inkrafttreten des Marshallplans war Umsonstias Währung – dessen Einheit der Bardot ist – eine der schwächsten der Welt; 500 Bardots kamen auf einen Dollar. Heute ist der Wechselkurs $ 500 = 1 Bardot.

Dieses Erstarken des Bardots ist die Ursache für das Schrumpfen der US-Goldreserven.

Verschärfend kommt hinzu, daß Umsonstia ein vitales Glied in der westeuropäischen Verteidigungsdebatte ist und die einzige Brieftaubenstation der NATO besitzt.

Während die Körper der Tauben von den Umsonstianern gehandhabt werden dürfen, ist es nur Amerikanern erlaubt, ihre Schnäbel zu berühren. Aus diesem Grunde wurde eine amerikanische Garnison nach Umsonstia gelegt – ein Gemeiner und ein Korporal.