stuck., Deszmannsdorf

Die Bürger rannten mit Eimern und Trögen zum Dorfteich. Auf dem Dorfteich in Deszmannsdorf in Mittelfranken, auf dem sonst nur schnatternde Enten schwimmen und in dem Frauen ihre Wäsche spülen, schwammen nun 18 000 Liter Dieselöl. „Der Teich ist hin – mindestens für ein paar Jahre“, sagten die einen. „Packt lieber mit an“, riefen die anderen. Sie schöpften mit Eimern und Trögen das Öl, das aus einem umgekippten Tankwagen ausgelaufen war.

Sie schafften es. Es war fast eine ganze Tagesarbeit für fast ein ganzes Dorf. Aber der Teich war gerettet. Und am Abend schwammen nur noch einige schillernde Ölflecken darauf. Und am anderen Morgen wagten sich sogar die Enten wieder ins Wasser.

Das Landratsamt in Ansbach fand dies alles eine beachtliche Leistung und lobte die Deszmannsdorfer Bürger für „die erfreuliche Einsatzbereitschaft und die Mitarbeit im öffentlichen Interesse“. Die Deszmannsdorfer freuten sich. Sie freuten sich auch über die 4000 Liter Dieselöl, die noch verwendbar waren: für die Traktoren, die landwirtschaftlichen Maschinen, die Motorspritze der Freiwilligen Feuerwehr ...

Die Bürger von Deszmannsdorf freuten sich nicht lange. Das zuständige Zollamt meldete sich: da seien noch 4000 Liter Dieselöl brauchbar gewesen und für dieses Dieselöl sei nun Zoll zu zahlen. Dazu meinten die Deszmannsdorfer: „Dann kippen wir das Zeug lieber wieder in den Teich. Sollen doch die Behörden es ’rausfischen...“