Sechs Milliarden Erdbewohner im Jahre 2000 – Amerikanische Voraussage: Die Menschen werden sich auf der übervölkerten Erde totquetschen – Nobelpreisträger warnen

Von Theo Löbsack

Der Architekt Richard Neutra erwähnte in seinem Beitrag „Stoßstange an Stoßstange – Wo bleibt in unserem Spiel der Mensch?“ in der vorletzten Nummer der ZEIT die Feststellung voh Harison Brown, einem Mitglied von Eisenhowers Space Development Commission, daß in absehbarer Zeit die Milliarden von Menschen auf den Kontinenten nicht einmal mehr nebeneinander werden stehen können. Schon vor langer Zeit haben weitsichtige Menschen befürchtet, die Berechnungen des Wissenschaftlers Malthus (1766–1834) ließen auf ein unabwendbares Verhungern der immer mehr zunehmenden Erdbevölkerung schließen; diese Schreckvorstellung wurde zwar beseitigt durch neue Möglichkeiten der Wissenschaft, der Chemie und der Technik zur Verwertung der noch ungenutzten Vorräte in den Meeren (zum Beispiel des Planktons), aber es droht die neue Gefahr der Überfüllung des besiedlungsfähigen Raumes. Harrison Brown folgte einer utopischen Betrachtung mit tieferer Bedeutung des Professors an der Universität Chicago Heinz von Foerster in der Zeitschrift „Science“, der für den 13. November im Jahre 2026 einen Schwarzen Freitag für die Erdbevölkerung voraussagt. Mitte November hat eine Gruppe von 172 Persönlichkeiten aus 19 Ländern, unter ihnen 39 Nobelpreisträger (darunter Professor Hahn und Professor Born), die Vereinten Nationen aufgefordert, sich energisch für eine Geburtenkontrolle auf der ganzen Erde einzusetzen, um die bedrohliche Entwicklung der Übervölkerung zu bremsen. Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter geht hier auf die wissenschaftlichen Thesen, Vorschläge und Befürchtungen ein.

Unsere Urgroßenkel werden nicht verhungern, sie werden sich zu Tode quetschen – so alarmierend und schwarz ist die Vorausschau des amerikanischen Gelehrten Heinz von Foerster von der Universität Illinois. Er bestimmte in seiner Utopie sogar kühn den Tag, an dem das Gedränge auf der Erde seinen Höhepunkt erreicht. Es wird „ein Schwarzer Freitag“ seih, der 13. November des Jahres 2026. An diesem verhängnisvollen Tag, so schrieb der Gelehrte in der amerikanischen Zeitschrift „Science“, werde die Zahl der auf der Erde lebenden Menschen zu einer katastrophalen Höhe angewachsen sein, vorausgesetzt, daß die Menschheit sich weiter so wie heute vermehre, keine massenmordenden Kriege kämen und die Nahrungsmittelproduktion auch künftig mit der Vermehrung Schritt halte. Foersters, statistische Katastrophe scheint freilich etwas zu früh datiert zu sein.

Aber mit jedem Tag, den wir erleben, vermehrt sich die Erdbevölkerung um rund 140 000 Menschen. Das entspricht der Einwohnerzahl einer Stadt wie Bonn. Menscheil, die essen, trinken und von Krankheiten verschont bleiben wollen. Montag: Bonn, Dienstag: Freiburg, Mittwoch: Darmstadt.

In den hundert Jahren von 1850 bis 1950 hat sich die Erdbevölkerung verdoppelt. Wenn man den Statistikern glauben will, so werden im Jahre 1962 drei, 1977 vier Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben. Um das Jahr 2000 werden Wir, wenn nichts geschieht, mit sechs Milliarden rechnen müssen. Die Vermehrungsrate wird dann kräftig ansteigen. Einwohnerzahlen wie die von Bonn werden nicht mehr täglich, sondern schließlich vierteltäglich die Erdbevölkerung vermehren.

Bedrohliche „Bevölkerungsbombe“