In Balderschwang gibt es noch keine Lifts – Man ist kein „Fremder“

Ich suchte im Kleinen Walsertal nach einem versteckten Skiwinkel. Man ist auch dort schon sehr modern geworden; Lifts gibt es an allen Hängen, und Gondeln führen metallschimmernd zur Höhe. Einige Orte dieses Tales sind weltberühmte Wintersportorte.

Ich fragte nach dem Balderschwanger Tal. Man sagte zögernd, daß die wenigen Häuser, die am Ende des Tales den Ort Balderschwang bilden, den Winter über in einen tiefen Schlaf versinken. Begeisternd klang die Auskunft nicht. Von Oberstaufen, hieß es, müßte man ein kurzes Stück durch Österreich mit dem Bus nach Hittisau fahren und gelange von dort, ebenfalls im Postauto, nach Balderschwang. Dieser kleine Ort ist gegen Norden verkehrstechnisch völlig abgeschnitten, eine „Ski-Insel“, wie ich sie mir wünschte. Sie gehört zur Bundesrepublik.

In Balderschwang gibt es noch keine Lifts, keine Freiluft-Bars, kein mondänes Publikum, sondern Skifahrer, die sich in erster Linie an den vielen Tourenmöglichkeiten erfreuen und abends gemütlich in den Stuben der wenigen Berg-Gasthäuser zusammensitzen. Man ist kein „Fremder“, an dem lediglich verdient werden muß.

Zum wahren „Ski-Genuß“ gehören Hänge, Waldschneisen, Gipfel mit verschiedenen Abfahrtsmöglichkeiten und großer Touren-Auswahl. All dies bieten die Berge, die Balderschwang einschließen: Das Riedberger Horn mit seinen West- und Nord-Abfahrten, das Bleicher Horn mit seinen idealen Westhängen, der Hoch-Schelpen im Süden mit seinem westlichen Nachbarn, dem Feuerstätter Kopf. Im Norden verlocken der Siplinger Kopf, Heiden Kopf und Giren Kopf.

T. H.

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