• Allgemeine Sparverträge. – Hier verpflichtet sich der Sparer, den eingezahlten Sparbetrag für 5 Jahre festzulegen. Die Sperrfrist läuft vom 1. Tag des Kalenderhalbjahres, in dem der Betrag eingezahlt worden ist. Wer also bis zum 31. Dezember 1960 noch einen Betrag einzahlt, kann darüber am 1. Juli 1965 wieder verfügen. Sperrfrist also praktisch nur 4 1/2 Jahre.
  • Sparverträge mit festgelegten Sparraten. – Diese sind prämienbegünstigt, wenn 5 Jahre lang regelmäßig monatlich oder vierteljährlich Einzahlungen vorgenommen werden. Das Geld bleibt bis zum Ablauf von 6 Jahren nach dem ersten Tag des Kalenderhalbjahres, in dem die erste Einzahlung vorgenommen wurde, festgelegt. Das bedeutet: Wer im Dezember 1960 die erste Rate leistet, kann über den gesamten Betrag (einschl. Prämie) am 1. Juli 1966 wieder verfügen.
  • Aufwendungen für den Ersterwerb von Wertpapieren. – Auch sie können erst nach Ablauf von 5 Jahren verkauft werden.

Besonders aktuell sind der Abschluß „Allgemeiner Sparverträge“ und „Aufwendungen für den Ersterwerb von Wertpapieren“ wegen der verkürzten Sperrfristen, wenn das Geld noch in diesem Monat angelegt wird.

Welche der beiden Sparformen ist nun aber vorzuziehen? Wo erzielt man den höchsten Nutzen? Wer das Geld auf ein Sparkonto einzahlt und eine einjährige Kündigungsfrist vereinbart – und das macht man natürlich, weil das Geld ja ohnehin auf 5 Jahre festgelegt werden soll, bekommt zur Zeit noch eine Verzinsung von 5 1/4 vH jährlich. Ich sage ausdrücklich „zur Zeit noch“, denn nach der Diskontsenkung sind Bestrebungen im Gange, die den Zinssatz herabsetzen wollen. Tatsächlich muß man wohl mit einer Ermäßigung des Zinssatzes für bestimmte Spareinlagen rechnen. Aber gehen wir von den heute noch geltenden Bedingungen aus, dann kommen wir auf einen Zinssatz von 5 1/4 vH, dazu müssen wir dann jährlich noch 4 vH Prämie rechnen, die der Staat ja als Zuschuß gewährt. Die Ersparnisse verzinsen sich also auf dem Sparbuch mit 9 1/4 vH. Ein Satz, der sich sehen lassen kann.

Wer nach zwei Jahren heiraten will (oder die Hoffnung hat, es zu können), sollte unbedingt das Sparbuch wählen. Zinssatz 5 1/4 vH + 10 vH Prämie, die man hier nur auf zwei Jahre umzulegen braucht. Gesamtverzinsung 15 1/4 vH!

Übrigens: Über die Zinsen und Zinseszinsen auf die Prämie kann der Sparer stets erst nach Freigabe des gesparten Gesamtbetrages verfügen. Üblicherweise also erst nach 5 Jahren.

Kommen wir nun zu dem „Ersterwerb von Wertpapieren“ im Rahmen des Prämiensparens. Ersterwerb heißt, daß man diese Papiere nicht über die Börse kaufen kann, sondern daß es sich um Stücke handeln muß, die noch nicht im Handel waren. Bis zum Jahresende scheidet der Aktienerwerb „mangels Masse“ praktisch aus, denn junge Aktien werden nur noch in Einzelfällen von den Gesellschaften offeriert, auf die sich nicht einzugehen lohnt.

In Frage kommt vor allem der Erwerb von Pfandbriefen und von Investment-Zertifikaten. Sehen wir uns heute die Pfandbriefe an. Angeboten werden 6prozentige Papiere zum Kurs von 94 bis 97 1/2 vH. Ein 100-DM-Pfandbrief, der mit 6 vH jährlich verzinst wird (daran ändert sich während der gesamten Laufzeit dieses Papieres nichts, im Gegensatz zu dem Spareinlagenzins, der ständig verändert werden kann), kostet also nur 96 DM. Folglich ist der Effektiv-Zinssatz höher. Er macht hier nämlich 6,3 vH aus, wozu dann noch die Prämie von jährlich 4 vH kommt. Zusammen: 10,3 vH!