Neu

Die Katze läßt das Mausen nicht („L’Eau à la Bouche“, Frankreich). Erstlingswerk des französischen Filmkritikers der Filmzeitschrift „Cahier du Cinéma“, Jacques Doniol-Valcroze (Regie und Drehbuch). Sehr ausführliche Beschreitung unwesentlicher Liebeleien. Nicht mehr, als der bieder eingedeutschte Titel erwarten läßt. Erheiternd, frech und flach. Eine Talentprobe, weiter nichts.

Fast neu

Der Gehetzte (The Juggler. USA). In einem Reißer wird die Verfolgten- und Gefangenenangst eines der Judenverfolgung Entkommenen behandelt. Kirk Douglas gelingt eine eindrucksvolle pathologische Studie. Sehenswerte Bilder von der israelischen Landschaft und dem Leben im Kibbutz. Regie: Eduard Dmyiryk.

Einst ein Held (England). Wegen Alec Guinness sehenswert. Nach der Brücke am Kwai vor vier Jahren eine neue Oberstenrolle. Haudegen im Whiskydunst, der Erinnerungen von El Alamein bis zur Elbe hat, aber in der Heimatgarnison scheitert. Große Szenen im Zusammenstoß mit seinem Vorgesetzten. John Mills wurde für diese Rolle auf der Biennale 1960 in Venedig als bester Schauspieler ausgezeichnet. Regie: Ronald Deame.

Schießen Sie auf den Pianisten („Tirez sur le Pianiste“. Frankreich). François Truffauts neuer Film ist ein witziger und nihilistischer Kriminalreißer mit mindestens drei Toten. Das Messer im Rücken nach Kintoppart. Gleichzeitig Sozialkritik. Das geht schief. Charles Aznavour als verkrachter Musiker ist ein Darsteller mit magischen Kräften.

Nur wenige sind auserwählt („Song without End“. USA). Wer Klaviermusik liebt und gern erstklassige Wiedergaben von Liszt, Chopin, Beethoven, Wagner im Kino hört, wer gern internationale Konzerträume, die Darsteller von Virtuosen und adligen Damen sieht, der gehe in diesen CinemaScope-Film. Wer diese filmischen Künstlerbiographien – die wievielte von Liszt – nicht ausstehen kann, der bleibe ihm fern. Regisseure: Charles Vidor, George Cukor.

Am Sonntag... nie (USA). In Griechenland gedrehte Version eines Lieblingsthemas der Filmindustrie. Melina Mercouri, die wir schon aus dem griechischen Film „Stella“ kennen, ist eine Prostituierte aus dem Piräus, die am Sonntag für klassische Tragödien schwärmt. Das Bousouki-Lied ist der Schlager der Saison. Regie führt Jules Dassin, der auch Hauptdarsteller ist.