Die Ereignisse während der Reise de Gaulles in Algerien haben die Pariser Börsenkreise veranlaßt, sich weitgehend vom Geschäft zurückzuziehen. Publikumsverkäufe haben bis jetzt nicht stattgefunden. Die Spekulation beschränkt sich darauf, Prämienkäufe für die Monate Januar und Februar zu tätigen, besonders in Saharawerten. Bemerkenswert ist die Widerstandsfähigkeit der Kassamärkte. Ihre Kurse, die durch günstige Nachrichten bisher favorisiert waren, sind ganz einfach eingefroren.

Lebhaft und aus dem Rahmen fallend waren die Umsätze in Warenhausaktien. Sie konnten an allen Tagen ihre Höchstkurse halten. Die Börse erwartet, daß Anfang des nächsten Jahres eine allgemeine Aufwertung der Bilanzen stattfinden wird, was zur Ausschüttung von Zusatzaktien führen sollte. Mit Rücksicht auf die Entwicklung des europäischen Marktes versuchen die großen Pariser Warenhäuser nun, sich auch im Ausland festzusetzen. In Zusammenhang damit dürften Kapitalerhöhungen fällig werden. Das Bestreben, Supermärkte in der Provinz in Anschluß an bereits bestehende lokale Gesellschaften aufzuziehen, entwickelt sich mit Erfolg. Vielfach werden diese Transaktionen gemeinsam mit den großen Kolonialhandelsgesellschaften durchgeführt, die nach einem Ersatz für ihre bis dahin ausschließlich auf die früheren Kolonialgebiete getätigten Umsätze suchen. Diese teilweise sehr alten Unternehmungen der Kolonialwirtschaft beschränken sich nunmehr auf die wichtigsten Handelsplätze in Afrika. Kleinere Faktoreien werden aufgegeben und an kaufkräftige, meist befreundete Eingeborene verkauft. Dadurch werden erhebliche Summen frei, die nunmehr an anderer Stelle eingesetzt werden können. In Gegensatz zu französischen Gesellschaften des Mutterlandes gilt die Aufwertungsgesetzgebung für Koloniainvestitionen nicht. Die aus Verkäufen erlösten Beträge sind daher in den meisten Fällen seit largem wohl abgeschrieben. Die Aussichten für das eigentliche Kolonialhandelsgeschäft werden weiter günstig beurteilt. Die Beziehungen zu Eingeborenenkreisen bleiben freundschaftlich.

Retlaw