Die Hamburgische Electricitäts-Werke AG, Hamburg, wird für 1959/60 (30. 6.) eine Dividende von 9 (7) vH zahlen. Die Hauptversammung findet in diesem Jahr erst am 11. Januar 1961 statt. 9 Prozent wurden bereits für 1957/58 ausgeschüttet. Danach erfolgte eine Dividendensenkung, der vornehmlich politische Motive des Großaktionärs (Hansestadt Hamburg) zugrunde lagen, der sich scheute, eine längst überfällige Tariferhöhung durchzusetzen, ohne gleichzeitig die Aktionäre knapper zu halten, über eine Kapitalerhöhung wird voraussichtlich erst Mitte nächsten Jahres gesprochen werden.

In ihrer Broschüre „Rund um die Börse 1960“ gibt die Commerzbank auch einen Ausblick auf das Börsenjahr 1961. Darin heißt es, daß in den letzten Monaten beträchtliche Anlagemittel angesammelt wurden, die auf ein Signal für Neuengagements warten. Andererseits dürfte sich in nächster Zeit das „Versickern“ der bisher so hohen Liquidität auch an den Wertpapiermärkten bemerkbar machen. Insgesamt werden von der Commerzbank die Börsenperspektiven für die kommenden Monate „nicht ungünstig“ beurteilt.

Als erster der großen Chemiekonzerne hat die Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen, den Schleier des noch nicht einmal beendeten Geschäftsjahres ein wenig gelüftet. Für die Großchemie wird Ende Dezember wieder ein Bombenjahr zur Neige gehen, das sich dem Reigen der Boomjahre ohne weiteres anschließen kann. In Leverkusen verzeichnet man eine etwa 14prozentige Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr und wird damit etwa auf einen Umsatz von 2,8 Mrd. DM kommen. Der Bayer-Export ist auch in diesem Jahre wieder gestiegen auf etwa 1,25 (1,06) Mrd. DM, das sind 45 vH des Gesamtumsatzes. Man hofft, daß auch die Dividende von zuletzt 16 vH eine Korrektur nach oben erfahren wird; der Aufsichtsrat des Unternehmens kann sich damit jedoch erst befassen, wenn das Geschäftsjahr beendet sein und die Bilanzzahlen feststehen werden.