Hinter vielen solcher Stellengesuche steckt das liebe Auto. Noch scheint allerdings bei Angestellten und Arbeitern der Nutzen eines Wagens vor der Geltung zu rangieren. Wir haben bei einigen Großbetrieben festgestellt, daß die Motorisierung der Beschäftigten große Unterschiede aufweist, die mit der Lohntüte allein nicht zu erklären sind.

Bei den sieben an verschiedenen Orten gelegenen Werken der Preussag schwankt der Anteil der mit einem Auto versehenen Belegschaft zwischen 5 und 13 vH. Im einzelnen erreichte die 15 000köpfige Belegschaft wie folgt ihren Arbeitsplatz:

Es hat den Anschein, als ob die Motorisierung dort am größten sei, wo die Wege zur Arbeit am weitesten sind.

Von den 3000 Beschäftigten des Continental-Zweigwerkes in Korbach sind fast die Hälfte Pendler, von ihnen kommen bereits 24 vH mit dem Pkw zur Arbeit. Am weitesten geht die Motorisierung der Arbeitnehmer zweifellos beim Volkswagenwerk. Von den annähernd 19 000 Pendlern in Wolfsburg kam 1959 beinahe die Hälfte im privaten Pkw zur Arbeit. Rund 11 000 Werksangehörige kauften 1959 einen neuen Volkswagen, neunmal soviel wie 1955. Die meisten zahlten bar, die Finanzierungshilfe des Werkes wurde nur von 20 vH in Anspruch genommen.

Fassen wir zusammen: Die meisten Arbeitnehmer leben nicht schlecht, einige aber auch über ihre Verhältnisse. Die Zahl der Gutverdienenden ist zwar noch nie so groß gewesen wie heute, aber sie bildet noch eine Minderheit. Ganz allgemein wird an Rücklagen gedacht, und man versucht auch, sie zu vergrößern. Dabei werden allerdings die staatlichen Sparprämien häufig als ein nicht genügender Anreiz betrachtet, weil das Geld zu lange festliegt. Der Wunsch nach einem Auto ist beträchtlich stark, oft aber nur durch eine Nebenbeschäftigung in der Freizeit zu erfüllen, so daß ein Wagen mehr Belastungen als Vorteile mit sich bringt. (Zwei weitere Artikel folgen)