Die freien Aktionäre der Teutoburger Wald-Eisenbahn-AG haben an ihrem Besitz keine große Freude. Wie den meisten privaten Eisenbahnen geht es auch diesem Unternehmen nicht gut. Das, was an Einnahmen erwirtschaftet wird, muß wieder investiert werden, weil die Sicherheit des Betriebes es verlangt. Ein Gesundschrumpfen ist einer Privateisenbahn nicht möglich; mit der Konzession zum Eisenbahnbetrieb ist nämlich eine Betriebspflicht verbunden. Die Folge: Es kann seit Jahren keine Dividende gezahlt werden.

Die Aktionäre vermögen sich aber auch nicht von ihrem uninteressant gewordenen Besitz zu lösen. Zwar werden die Aktien der Teutoburger Wald an der Börse in Hannover gehandelt, es werden auch Taxkurse genannt, doch findet sich praktisch niemals ein Käufer. Die freien Aktionäre wissen dies alles ganz genau. Sie meinen jedoch, es könnte dennoch etwas durch die AG für Verkehrswesen, die den maßgeblichen Einfluß auf die Teutoburger Wald-Bahn ausübt, für die freien Aktionäre geschehen. Ihr Sprecher, Wilhelm Peter aus Düsseldorf, hat auf der Hauptversammlung opponiert. Mit dem kleinen von ihm vertretenen Aktienbesitz drang er hiermit nicht durch. Er glaubt aber offenbar, daß, wenn er die Öffentlichkeit für seine Belange interessiert, vielleicht doch mit der Zeit etwas zu erreichen ist. Er wies deshalb darauf hin, daß für die AG für Verkehrswesen der Besitz von Aktien der Teutoburger Wald-Bahn gar nicht uninteressant ist. Durch das dritte DM-Bilanz-Ergänzungsgesetz habe sie die Möglichkeit erhalten, den Wert ihrer Eisenbahnbeteiligungen auf den von den entsprechenden Gesellschaften in ihren Bilanzen ausgewiesenen Buchwert heraufzubringen, der ein Mehrfaches des Kurswertes betrage. Die AG für Verkehrswesen habe von dieser Möglichkeit auch Gebrauch gemacht und ihre gesamten Eisenbahnbeteiligungen um rund 13 Mill. DM auf etwa 23 Mill. DM heraufgesetzt. Die schlechte Lage der privaten Eisenbahngesellschaften erlaubte es aber der AG für Verkehrswesen, auf diese Beteiligungen Abschreibungen in Höhe von mehreren Millionen vorzunehmen. Da in anderen Bereichen der AG für Verkehrswesen gute Gewinne erzielt wurden, mußten dadurch erhebliche Steuerersparnisse erzielt worden sein. Solche Möglichkeiten aber besaßen die freien Aktionäre nicht.

Peters ist der Auffassung, daß schon allein im Hinblick hierauf sich die Verwaltung dazu entschließen sollte, für die freien Aktionäre eine Sonderausschüttung vorzunehmen, wofür die Tatsache, daß die Teutoburger Wald-Bahn einen größeren Posten an Reichsschatzanweisungen besitze, eine Möglichkeit bietet. Die außerordentlichen Gewinne möge man, so meinte Peter, mit angemessenen Teilen an die freien Aktionäre ausschütten. Die Verwaltung der Teutoburger Wald-Eisenbahn, die identisch mit der der AG für Verkehrswesen ist, hält dies rechtlich nicht für zulässig. Die entsprechenden außerordentlichen Erträge müssen ihrer Auffassung nach der Rücklage zugeführt werden. Die freien Aktionäre haben also weiterhin keine Aussicht auf eine Dividenden Daher werden sie auch kaum einen Interessenten für ihre Aktien finden. W.R.