Dem Harz können Einflüsse, die anderenorts leere Betten und Löcher in den Kurkassen zur Folge haben, offenbar nicht viel anhaben. Selbst regenreiche Sommer und schneearme Winter vermindern den Fremdenverkehr in diesem Kurgebiet nicht. Dies ist eine der interessanten Beobachtungen, die man beim Studium seiner statistischen Chroniken tun kann. Ein paar bemerkenswerte Zahlen geben Aufschluß.

Die Herbergen verschiedener Art mit zusammen 31 000 Fremdenbetten verbuchen jährlich etwa 5,2 Millionen Übernachtungen. Ungefähr eine Million Menschen werden in der gleichen Zeitspanne im Harz – so weit er westlich der Zonengrenze liegt – gezählt. 33 vH von ihnen kommen aus Miedersachsen, 16 vH aus Hamburg, 14 vH aus Nordrhein-Westfalen, 12 vH aus Westberlin und – neben 10 vH aus anderen Bundesländern – immerhin noch 6 vH aus Süddeutschland. Die Ausländer – 9 vH der Gäste – stammen vorwiegend aus den benachbarten Niederlanden und Dänemark, man trifft indessen – sommers wie winters – auch viele Schweden, Amerikaner und Engländer.

Hauptmonat des Harzer Reiseverkehrs ist der Juli (fast eine Million Übernachtungen), aber selbst im unwirtlichsten Urlaubsmonat, dem November, wurden jüngst 173 518 Übernachtungen gezählt, und im Oktober (316 680) sind es nur wenig mehr als im Februar (309 852).

Die Beliebtheit dieses Mittelgebirges beruht offenbar auch auf dem differenzierten Charakter der Fremdenverkehrsorte. Es gibt einen Erholungsort, der zugleich Heilbad und heilklimatischer Kurort ist – Bad Harzburg –, fünf Badeorte – Lauterberg, Grund, Salzdetfurth, Salzgitter und Gandersheim – und drei heilklimatische Kurorte – Braunlage, Bad Sachsa (die Bezeichnung Bad ist hier ein wenig irreführend) und Hahnenklee-Bockswiese. Dazu kommen zwölf Luftkurorte: Altenau, Wildemann, St. Andreasberg, Clausthal-Zellerfeld, Hohegeiss, Sieber, Lautenthal, Buntenbock, Wieda, Lonau, Zorge und Lerbach, sowie acht kleine Sommerfrischen: Schulenberg, Steina, Wolfshagen, Riefensbeek-Kamschlacken, Scharzfeld, Walkenried, Oker und Windhausen. Bleiben die Orte am Harzrand Goslar, Osterode, Wolfenbüttel, Königslutter, Duderstadt und Schöppenstedt zu nennen.

An erster Stelle steht – den Besucherzahlen zufolge – Braunlage, das mit mehr als 625 000 Übernachtungen im Jahr der zweitgrößte heilklimatische Kurort und Wintersportplatz aller deutschen Mittelgebirge ist. Allgemein werden heute im westlichen Teil schon fast so viele Übernachtungen verbucht wie vor dem Kriege im ganzen Harz zusammen. Damals hatten Namen wie Ballenstedt, Benneckenstein, Elbingerode, Gernrode, Halberstadt, Quedlinburg, Rübeland, Schierke, Thale, Wernigerode oder Treseburg und Alexisbad – alle im östlichen Teil gelegen – große Zugkraft. HUH