Planungen und Beratungen für alle Sparten des Berg- und Hüttenwesens in mehr als einem Dutzend von Entwicklungsländern hat die Anfang 1951 gegründete Düsseldorfer Consulting-Firma Wedexro, Westdeutsches Ingenieurbüro Dr. Rohland GmbH, in den zehn Jahren ihres Bestehens durchgeführt. Die dabei bearbeiteten Projekte betreffen ein Investitionsvolumen von gut einer Milliarde DM. Im Zusammenhang mit der Durchführung von Planungen sind, mittelbar und unmittelbar, Exportaufträge über rund 300 Mill. DM an die deutsche Industrie gegangen.

In einer Reihe von Fällen, so in Portugal, Ägypten, Südafrika und Indonesien, erstreckte sich die Projektierung z. T. vom Walzwerk und vom Stahlwerk „rückwärts“ über den Hochofen und die Erzaufbereitung bis zum Bergbau, und bis zu geologischen Studien – jeweils unter Einbeziehung der Transport-und Organisationsprobleme. Außerdem war und ist die Wedexro gutachtlich und beratend – außer in Deutschland – in weiteren acht Ländern tätig geworden, nämlich in Holland (beim Hüttenwerk Rotterdam), in Spanien, Griechenland, Tunis, Libanon, Kanada, Brasilien und Argentinien. In all diesen Ländern wirkten sich die langjährigen Beziehungen zur Montanindustrie aus, die sich der leitende Mann der Firma, Dr.-Ing. Walter Rohland, in seiner früheren Tätigkeit als technischer Direktor der Deutschen Edelstahlwerke AG, Krefeld, und (danach – bis 1945) als Vorsitzer des Vorstandes der Vereinigten Stahlwerke AG, Düsseldorf, geschaffen hat.

Im Zusammenhang mit dem für die nächsten Jahre zu erwartenden stärkeren Ausbau der Entwicklungshilfe liegt die Überlegung nahe, jetzt eine breitere Basis für die Projektierung und Beratungstätigkeit im technisch-wirtschaftlichen Bereich zu schaffen. Für die allgemeine Planung („Infrastruktur“) bestehen bereits eine Reihe leistungsfähiger deutscher Firmen; das Gleiche gilt für die Chemie. Dagegen ist für den Bereich der Grundstoffindustrie eine weitgehende Aufspaltung zu verzeichnen. Fast jede der großen Montanfirmen betreibt – sei es direkt, sei es über den angeschlossenen Stahlhandel – eine gesonderte Consulting-Tätigkeit; dabei werden aber (entweder ausschließlich oder doch weitgehend) Direktlieferungen angestrebt. Das heißt also, es wird die Inangriffnahme bestimmter Auslandsprojekte von vornherein darauf abgestellt, Lieferungsverträge soweit irgend möglich für die eigene Gruppe abzuschließen. Insoweit kommt u. U. die (von den Entwicklungsländern gewünschte) „neutrale“ Tätigkeit in der Begutachtung und Beratung und Überwachung zu kurz, speziell da, wo sie sich auf Qualität, Preise und Liefertermine von Material, Maschinen und Einrichtungen, Bauleistungen usw. beziehen sollte.

Es erscheint im Zusammenhang mit den großen Aufgaben, welche die Entwicklungshilfe in Zukunft an unser Land stellen wird, an der Zeit, im gemeinsamen Vorgehen von Hüttenwerken und deutschen Consulting-Firmen, eine Organisation für Planungsaufgaben speziell in den Entwicklungsländern zu schaffen. In einem solchen Unternehmen, dem der im Mitarbeiterstab der Montanfirmen verkörperte Erfahrungsschatz zur Verfügung stehen würde, sollten vielleicht auch die Banken vertreten sein, damit dem betrefferden Entwicklungsland mit der technisch-wirtschaftlichen Planung auch gleich Vorschläge für die Finanzierung vorgelegt werden können. Die Vorteile einer solchen Konzentration für die Aufgaben der Beratung und Planung (sowie gegebenenfalls weiterhin der koordinierenden Organisation der Bauarbeiten) würden auch, und nicht zuletzt, auf personellem Gebiet liegen. Dabei ist an die Heranziehung und Schulung des Ingenieurnachwuchses zu Entwicklungsarbeiten dieser Art ebenso zu denken wie an den Austausch und die Auswertung von Auslandserfahrungen innerhalb eines größeren Stabes von Führungskräften, wie er sich in einem derartigen Unternehmen zusam menfinden würde. E. T.