Zwei Wochen benötigte die Münchner Polizei, bis sie sich nach Erscheinen unseres Berichtes „Die Ordnungshüter an der Isar“ (ZEIT Nr. 7 vom 10. Februar) beleidigt fühlte – und selbst dazu hatte es einer Anfrage von Journalisten bedurft, die sich im Präsidium um eine Stellungnahme zu unserer Kritik bemühten. Und was tat die Polizei? Sie „regte einen Strafantrag beim Personalreferat der Stadt München an“ und entledigte sich damit der Verantwortung, weil sie die korrekte Wiedergabe der Polizei-Skandale in der ZEIT nicht anzuzweifeln vermochte. Warum indessen die Stadt München klagen soll, wenn die Polizei selbst einen derartigen Schritt scheut, bleibt unerfindlich.

Polizeipräsident Anton Heigl erklärte noch, die von der ZEIT angeführten Fälle erstreckten sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Es ist ihm gewiß aufgefallen, daß alles, was die ZEIT berichtete – und es handelte sich ja nur um eine kleine Auslese – unter seiner Ägide passierte. Aber dazu äußerte er sich nicht.