Die Berliner Handels-Gesellschaft zahlt für 1960 auf ihr von 25 auf 30 Mill. DM erhöhtes Stammkapital eine Dividende von 18 (16) vH. Der ausgewiesene Reingewinn wird entsprechend mit 5,4 Mill. DM ausgewiesen. Nach der Ertragsrechnung standen auch in diesem Jahr wieder die üblichen 2 Mill. DM zur Verstärkung der offenen Rücklagen zur Verfügung. Überdies dürften darüber hinaus noch ansehnliche Beträge aus den versteuerten Gewinnen in die stillen Reserven gegangen sein. Auf der Pressekonferenz deutete Geschäftsinhaber Dr. von Schwarzkoppen an, daß über die steuerlich zulässigen Wertberichtigungen hinaus bei den Debitoren zur Abgeltung individuell nicht erkennbarer Risiken einiges geschehen ist. Die Berliner Handels-Gesellschaft glaubte von einer Bonus-Lösung absehen zu sollen, einmal, um nicht den Anschein zu erwecken, als betriebe man eine Politik gleichbleibender Dividendenzahlungen. Ausschlaggebend aber war schließlich, daß die erhöhten Gewinne nicht auf außerordentliche Erträge zurückgehen, sondern aus dem normalen günstig verlaufenen Bankgeschäft resultieren. Tatsächlich haben die beiden Posten der Ertragsrechnung einmal Zinsen und Diskont, zum anderen Provision und Gebühren, jeder um etwa 2 Mill. DM zugenommen. Bei den Aufwendungen zeigen die Steuern eine kräftige Steigerung von 4,8 auf 6 Mill. DM. Im Geschäftsbericht heißt es hierzu, daß die auf den 1. Januar 1960 durchgeführte neue Vermögensteuerveranlagung als Folge gestiegener Steuerkurswerte zu einer Verstärkung der Vermögensteuerbelastung geführt hat. Ein Teil der Steuererhöhung geht aber sicherlich auf die verbesserte Ertragslage zurück.

Die guten Gewinne sind vor allem eine Folge des erweiterten Geschäftsvolumens. Die Bilanzsumme ist um etwa 11 vH auf 758 Mill. gestiegen. Die Einlagen haben sich um etwa 10 vH erhöht. Dabei haben die der Nichtbankenkundschaft etwas stärker als die Bankeneinlagen zugenommen. Diese sind mit 275 Mill. DM nach wie vor erheblich. Das entspricht dem Charakter der BHG als filiallose Großbank. Von jeher arbeitet sie eng mit Regionalbanken und Privatbankiers zusammen, die ihre Einlagenüberschüsse bei der BHG unterbringen.

Das Bilanzbild der BHG muß deshalb anders aussehen als das eines Instituts mit zahlreichen Filialen und Depositenkassen. Bei der BHG bauen sich die Bankeinlagen nicht so leicht ab wie die Nicht-Banken-Einlagen, die vornehmlich von Großhandels- und Industrieunternehmen gehalten werden, die, je nach Konjunkturlage, heute Gläubiger und morgen Schuldner der Bank sind.

Nach der Kapitalerhöhung des vergangenen Jahres betragen die ausgewiesenen Eigenmittel 53 Mill. DM, das sind rund 7 vH der Bilanzsumme. Die Gesamtliquidität beträgt jetzt 57 vH gegenüber 54,5 vH im Jahre zuvor. Das Kreditvolumen erhöht sich um rund 8 vH auf 475 Mill. DM. Es entspricht dies nicht ganz der Bilanzausweitung. Das berechtigt jedoch nicht zu der Annahme, daß die BHG nicht allen bankmäßig verantwortbaren Kreditwünschen ihrer Kundschaft entsprochen hat.

Wenn das Ergebnis des Geschäftsjahres der BHG ein glänzendes war und die Bilanzstruktur völlig intakt blieb (es hat in diesem Jahr keinen einzigen Verlust bei den Debitoren gegeben), so beweist dieses, daß die Konjunktur vor allem in den Wirtschaftskreisen, mit denen die BHG zusammenarbeitet, ungebrochen ist. Auch das Kleinkreditgeschäft, die BHG besitzt Tochterunternehmen im Teilzahlungsgeschäft, hat sich ausgeweitet, was die an Kreditinstituten gewährten Darlehen erkennen lassen. Die Umsätze im Auslandsgeschäft haben sich ebenfalls erfreulich entwickelt.

Zu berichten ist, daß Dr. Dorn und Dr. Wachs in den Kreis der Geschäftsinhaber eintreten werden.

W. R.