Neu

Brasilianische Rhapsodie („Os Bandeirantes“, Frankreich/Italien). Marcel Camus, Regisseur des aufsehenerregenden Films „Orfeu Negro“, hatte wiederum eine Idee – keine verblüffende diesmal: Die Geschichte von Mord und Sühne unter Diamantensuchern in den Urwäldern am Amazonas reicht nicht ganz aus für einen abendfüllenden Farbfilm; sie wurde stark angereichert mit Landschaftsaufnahmen und folkloristischen Szenen, die freilich auch hier sehr eindrucksvoll sind. Die weißen Darsteller verkörpern bläßlichen Edelmut, die Brasilianer, heiter und temperamentvoll, sich selbst.

Fast neu

Rom, offene Stadt („Roma, citta aperta“, Italien). Eine italienische Chronik des zivilen Widerstandes gegen die Deutschen, in den letzten Kriegstagen nach der Befreiung Roms gedreht. Dieser berühmte erste „neorealistische Film“ Roberto Rosselinis hält uns kein schmeichelhaftes Spiegelbild vor. Drehbuch: Federico Fellini. Darsteller: Anna Magnani, Aldo Fabrizi und unbekannte Römer. Der Film war 1950 von der Freiwilligen Selbstkontrolle des deutschen Films nicht freigegeben worden mit der Begründung, daß er fünf Jahre nach seiner Entstehung unnötig und unzeitgemäß an Ereignisse erinnere, die besser vergessen würden. Ein Dokument der Filmkunst und der Zeitgeschichte.

Es begann in Neapel (USA). Clark Gable in einer seiner letzten Rollen mit Sophia Loren, die sich um große Kunst bemüht, und Vittorio de Sica. Neapel ist hier einmal nicht versüßlicht, sondern ironisch als lärmende, geldgierige Touristenfalle geschildert.

Elmer Gantry (USA). Thema dieses Films, der nach dem Roman von Sinclair Lewis gedreht wurde, ist religiöser Opportunismus. Es wird sehr sauber angepackt. Drehbuch und Regie: Richard Brooks. Interessanteste Rolle: Burt Lancaster als Impresario des Seelenheils.

Der Komödiant („The Entertainer“, England). John Osbornes Bühnenstück vom Komödianten einer schäbigen Vorstadtbühne, der künstlerisch eine Null und ein hohler Mensch ist. Hauptrolle: Laurence Olivier. Er macht den Film sehenswert.